Mannheimer fühlen sich in eigener Stadt immer unsicherer

Immerhin 26 Prozent der Befragten gaben an, oft oder sehr oft daran zu denken, Opfer einer Straftat zu werden. (Symbolbild)
Immerhin 26 Prozent der Befragten gaben an, oft oder sehr oft daran zu denken, Opfer einer Straftat zu werden. (Symbolbild)  © DPA

Mannheim - Die Angst vor Kriminalität ist in Mannheim in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen.

Das geht aus einer erneuten Befragung der Bevölkerung hervor, wie die Stadtverwaltung am Mittwoch mitteilte. 26 Prozent der befragten Mannheimer gaben bei der Umfrage im vergangenen Jahr an, oft oder sehr oft daran zu denken, selbst Opfer einer Straftat zu werden. Der Prozentsatz hat sich im Vergleich zu einer vorangegangenen Befragung im Jahr 2012 verdoppelt. Damals machten mehr als 13 Prozent der Befragten diese Angaben.

"Wir arbeiten kontinuierlich am Thema Sicherheit", sagte Mannheims Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) bei der Vorstellung der Ergebnisse. 19 Prozent der Befragten gaben an, sich in ihrem Stadtteil ziemlich oder sehr unsicher zu fühlen (2012: 12 Prozent).

Viele Menschen ändern offenbar aufgrund ihrer Angst auch ihr Verhalten. 32 Prozent der Befragten haben zum Zeitpunkt der Befragung angegeben, ihre Freizeitaktivitäten im zurückliegenden Jahr aus Angst davor eingeschränkt zu haben, Opfer einer Straftat werden zu können (2012: 16 Prozent).

Laut Befragung ist der Jungbusch der am meisten gefürchtete Stadtteil Mannheims. (Symbolbild)
Laut Befragung ist der Jungbusch der am meisten gefürchtete Stadtteil Mannheims. (Symbolbild)  © DPA

Vor wem die Mannheimer Bürger laut dieser zweiten Sicherheitsbefragung beispielsweise Angst haben, findet man zusammengefasst auf der Homepage der Stadt.

Demnach gebe es in Mannheim keine pauschalen Vorurteile gegen Menschen mit ausländischen Wurzeln. Doch wenn die Befragten die Möglichkeit haben, zwischen verschiedenen Migrantengruppen zu unterscheiden, dann ergeben sich offenbar unterschiedliche Gewichtungen.

Dies zeigt sich laut der städtischen Homepage etwa bei der Frage nach Ordnungsstörungen, wie Verschmutzung oder sozial unangepasstem Verhalten ("Incivilities"). Dort unterschied man zwischen:

  • Migranten, die schon lange in Deutschland leben
  • Arbeitseinwanderern aus Osteuropa
  • Asylbewerbern, die in den letzten Jahren nach Mannheim kamen

Der Anteil der Befragten, die in diesen Gruppen ein Problem sehen, sei unterschiedlich ausgefallen. "Während er in Hinblick auf die erste Gruppe relativ klein und gegenüber der ersten Sicherheitsbefragung von 2012 auch deutlich gesunken ist, liegt er für die zweite Gruppe auf dem Gesamtwert des Jahres 2012", ist auf der Homepage zu lesen. Was die Gruppe der Asylbewerber angehe: In ihr sähen verglichen mit den anderen beiden Migrantengruppen die meisten Befragten ein Problem.

Was die einzelnen Stadtteile angehe, so weckten die Stadtteile Neckarstadt-West, Jungbusch und Innenstadt die meisten Ängste. So fürchteten sich 63 Prozent der Befragten vorm Jungbusch, 55 Prozent vor Neckarstadt-West und 44 Prozent vor der Innenstadt.

An der Sicherheitsbefragung des Instituts für Kriminologie der Universität Heidelberg haben sich nach Angaben der Stadt Mannheim im Herbst 2016 insgesamt 3272 Personen beteiligt.

Titelfoto: DPA


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