Randalierer ziehen mit Molotowcocktails durch Stadt

Zehn Streifenwagen waren in Walldorf im Einsatz.
Zehn Streifenwagen waren in Walldorf im Einsatz.  © DPA

Mannheim - Randalierende Jugendliche mit Molotowcocktails haben in der Nacht auf Mittwoch in Walldorf (Rhein-Neckar-Kreis) für einen Großeinsatz der Polizei gesorgt.

Wie die Polizei mitteilt, waren insgesamt zehn Streifenwagen im Einsatz, die von mehreren Revieren zusammengezogen werden mussten.

Bereits gegen 22 Uhr hatten Zeugen gemeldet, dass aus einer größeren Anzahl Jugendlicher heraus in der Nußlocher Straße Molotowcocktails gegen die Rathauswand geworfen werden. Als Autofahrer anhielten, flüchtete die Gruppe.

Rund eineinhalb Stunden später kam es im Schulhof der Sambuga-/Schillerschule zu einem ähnlichen Vorfall: Gegen 23.30 Uhr hatten sich dort etwa 30 bis 40 Jugendliche versammelt, aus deren Gruppe "brennende Flaschen" gegen das Schulgebäude geworfen wurden. Anwohner hatten die Tat beobachtet und die Polizei verständigt. Ein Ehepaar stellte die Jugendlichen zur Rede, worauf der Ehemann von mehreren Jugendlichen zusammengeschlagen und -getreten wurde. Seine Ehefrau erhielt einen Faustschlag ins Gesicht. Anschließend flüchtete die Gruppierung in Richtung Jugendzentrum.

Der Mann musste später mit Kopfverletzungen und Prellungen mit einem Rettungswagen in eine Klinik gebracht werden. Seine Frau wurde vor Ort behandelt. Im Rahmen des Großeinsatzes, der bis ungefähr 1.30 Uhr andauerte, wurden im gesamten Stadtgebiet Walldorfs mehrere Jugendliche, die aus Walldorf und den umliegenden Gemeinden stammten, in Kleingruppen angetroffen und kontrolliert.

Im Rahmen einer dieser Kontrollen fiel den Beamten ein 19-Jähriger auf, der stark nach Benzin roch. In seiner unmittelbaren Umgebung wurde ein Molotowcocktail abgestellt aufgefunden und als Spurenträger sichergestellt. Der junge Mann wurde vorläufig festgenommen. An seinen Händen wurden Spuren von dem mittlerweile hinzugerufenen Kriminaldauerdienst gesichert. Anschließend wurde er wieder entlassen.

Bei der Absuche der betroffenen Gegenden wurden Brand- und Glasreste an der Betonsäule des Rathauseingangs und in unmittelbarer Nähe im Schilfgras festgestellt. Darüber hinaus wurden Brand- und Glasreste an einem Container und an der holzgetäfelten Fassade der Sporthalle der Sambuga-/Schillerschule sowie in der Schulstraße/Bahnhofstraße registriert.

- Update vom 2. November -

Die Ermittlungen zu den Vorfällen dauern an. Am Donnerstagvormittag wurde deshalb der Bereich um die Sambuga- und Schillerschule kriminaltechnisch untersucht. Neben den Brandanschlägen wurde darüber hinaus offenbar in der Nacht zum Donnerstag der Schriftzug "ACAB" ("All Cops Are Bastards") im Bereich des Polizeipostens und im Bereich der sogenannten "Sozialen Mitte" an der Tür einer Sporthalle angebracht. Dort befand sich ebenso eine Warnung: "Es geht noch weiter".

Hinweise nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 0621/174-4444 entgegen.


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