Oh je: Warum der deutsche Animationsfilm "Manou, flieg' flink!" so schlecht ist!

Berlin - Hunderte Stunden Arbeit für sowas? Der deutsche Animationsfilm "Manou - flieg' flink!" vom Stuttgarter Studio LUXX Film ist um Klassen schlechter, als jedes Werk von Disney Pixar oder Illumination Entertainment.

Auch Percy und Manou können den Animationsfilm nicht retten.
Auch Percy und Manou können den Animationsfilm nicht retten.  © PR/Kinostar Filmverleih GmbH

Schon der Start sorgt für wenig Begeisterung. Böse Ratten klauen Vogeleier. Eines geht verloren.

So schlüpft der junge Mauersegler Manou entfernt von seiner Familie und klettert auf einen Felsen zu den Möwen Eve und Shanny, die ihn nach einiger Überlegung und der Fürsprache Shannys bei Anführer Eve adoptieren.

Fortan wird ihm beigebracht, wie man als Möwe überlebt, was gegen Manous Natur ist, der als Mauersegler ganz andere Stärken hat und das auch nach und nach realisiert.

Als er von den Möwen verstoßen wird, schließt er sich drei netten Mauerseglern an.

So langweilig, wie das klingt, ist es auch - denn eine echte Geschichte mit einem roten Faden gibt es nicht.

Stattdessen besteht "Manou" aus einzeln aneinander geklebten, zusammenhangslosen Szenen, die mit harten Umschnitten amateurhaft aneinander gereiht wurden.

Was sich die Macher dabei gedacht haben, ist absolut rätselhaft. Denn dass eine Rohfassung so aussieht - nachvollziehbar. Aber ein fertiger Film? Unfassbar!

Manou, Luc, Eve und Shanny vor der durchaus ansprechend aussehenden Kulisse Nizzas.
Manou, Luc, Eve und Shanny vor der durchaus ansprechend aussehenden Kulisse Nizzas.  © PR/Kinostar Filmverleih GmbH

Der Feinschliff fehlt übrigens auch bei den grauenhaften Figurenanimationen, die wirken wie aus einer extrem billig produzierten Fernsehserie mit Computeranimationen der allerersten Generation.

Aus den Gesichtern lässt sich nur mit viel Mühe und gutem Willen überhaupt mal eine Emotion herauslesen.

Dazu kommen ein auffällig unrunder Bewegungsablauf, unsäglich schlecht inszenierte Kämpfe zwischen Vögeln und den ach-so-bösen Ratten, die keine Hintergrundgeschichte erhalten haben und als Bösewichte in einer sehr einfachen Schwarz-Weiß-Geschichte mit nur wenigen Grautönen schablonenhaft wirken.

Da hätte auch jedes andere Tier für herhalten können. Denn im Gegensatz zu den Vögeln können die Ratten nicht mal sprechen, was sie vollends als böse Tiere abstempelt.

Als wären all diese Schwächen noch nicht genug ist auch noch der Humor alles - nur nicht lustig! Das Timing bei den Sprüchen versagt komplett, was auch an den schlechten Dialogen liegt.

Ein schönes Standbild. Leider sind die Bewegungen der Vögel unrund.
Ein schönes Standbild. Leider sind die Bewegungen der Vögel unrund.  © PR/Kinostar Filmverleih GmbH

Immerhin hat "Manou" zumindest ein paar Stärken. Er besitzt einen gewissen Grundcharme, hat einige annehmbare Szenen und hin und wieder auch solide Landschaftsanimationen von Nizza (besonders das Wasser sieht realitätsnah aus).

Das reicht aber in einer Zeit voller Disney-Meisterwerke bei weitem nicht aus, um die Zuschauer bei der Stange zu halten.

Im Gegenteil. Man findet zu keiner Zeit wirklich Zugang zum Film, betrachtet ihn daher emotionslos und in der Hoffnung, dass diese zähe Angelegenheit endlich ihr Ende finden wird.

Daran hat auch das sehr schwache Drehbuch einen großen Anteil, weil es die Struktur dreist bei den Genregrößen klaut, sinnlos zusammenwürfelt und so austauschbare Charaktere erschafft, die uninteressant sind und trotz ihrer durchaus nachvollziehbaren Motive keinerlei Identifikationspotenzial bieten.

So ist man erleichtert, die öde Geschichte des kleinen Mauerseglers nach 88 Minuten endlich überstanden zu haben.

"Manou - flieg' flink!" ist ein extrem schwacher Animationsfilm geworden. Der deutschen Produktion mangelt es an allem, was dieses Genre aus- und groß gemacht hat: An Kreativität, einzigartigen Figuren, einem fließenden Bewegungsablauf und einer mitreißenden Geschichte. Um diesen amateurhaften Film sollte man einen großen Bogen machen.

Diese Figurenanimation kann in der heutigen Zeit keinen mehr begeistern.
Diese Figurenanimation kann in der heutigen Zeit keinen mehr begeistern.  © PR/Kinostar Filmverleih GmbH

Titelfoto: PR/Kinostar Filmverleih GmbH

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