Attacke der Bayern-Bosse: Hoeneß und Rummenigge greifen DFB und Löw scharf an!

München - "Von mir wird es keine Aussagen diesbezüglich mehr geben", ließ Nationaltorhüter Manuel Neuer bei der Pressekonferenz vor dem Champions-League-Spiel gegen Roter Stern Belgrad am Dienstag verlauten. Braucht er auch nicht, denn am Rande des ersten Gruppenspiels am Mittwoch in München teilen die Bayern-Bosse aus - gegen den DFB, gegen ter Stegen und mit allem, was die Abteilung Attacke zu bieten hat!

Vor wenigen Tagen trafen der Münchner Vorstandsvorsitzende in Leipzig auf den Bundestrainer. Ob es da auch zum Gespräch über die T-Frage kam?
Vor wenigen Tagen trafen der Münchner Vorstandsvorsitzende in Leipzig auf den Bundestrainer. Ob es da auch zum Gespräch über die T-Frage kam?  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Auf die Torwart-Posse angesprochen meldete sich zunächst Karl-Heinz Rummenigge vor dem Spiel am Sky-Mikrofon. Mit einer Mischung aus Diplomatie und sachlicher Kritik am DFB im Umgang mit dem Torwart-Thema ergriff er, verständlicherweise, Partei für seinen Keeper.

"Beide haben Weltklasse-Format", konstatierte der Vorstandsvorsitzende zunächst. "Was mir nicht gefällt an der Geschichte und was irritierend ist, ist ganz einfach auch hier das Verhalten des DFB. Da wird nie so richtig Klartext gesprochen. Zum Teil wird das auf dem Rücken von Manuel ausgetragen. Das finde ich nicht fair", monierte er im Anschluss und schickt damit einen ersten Pfeil in Richtung Jogi Löw und sein Trainer-Team.

Auf diesen Pfeil folgte im Anschluss ein regelrechtes Feuerwerk. Trotz des 3:0-Auftakt-Sieges der Münchner über die Serben ging Bayern-Präsident Uli Hoeneß nochmal richtig in die Offensive. Hoeneß in bester Hoeneß-Manier schoss in alle Richtungen und verteidigte seinen Torhüter bis aufs Blut. Der Umgang mit Neuer ist für den 67-Jährigen "ein Witz", doch zu lachen war ihm ganz und gar nicht.

"Ter Stegen hat überhaupt keinen Anspruch, dort zu spielen. Im Tor ist etwas anderes als im Feld. Da muss klar sein, wer spielt. Manuel Neuer ist die Nummer eins! Er ist für viele Jahre der beste Torhüter der Welt gewesen". Rumms!

"Ständig Theater": Uli Hoeneß geht auf DFB und Löw los!

Abteilung Attacke hat wieder zugeschlagen - Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rumenigge haben sich vor ihren Bayern-Torwart gestellt.
Abteilung Attacke hat wieder zugeschlagen - Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rumenigge haben sich vor ihren Bayern-Torwart gestellt.  © Lino Mirgeler/dpa

Für Hoeneß ist die T-Frage, wenn es sie überhaupt je gegeben habe, geklärt: "Es gibt gar keine Diskussion, dass nur er die Nummer eins sein kann", so der Bayern-Macher.

Nach ter Stegen ist vor dem DFB, den knöpfte sich der Bayern-Macher im Anschluss vor: "Wir kriegen ständig Theater vom DFB", analysierte der gebürtige Ulmer, der "mehr Unterstützung vom DFB erwartet hätte".

Nach dem Rauswurf von Mats Hummels, Jerome Boeteng und Thomas Müller Anfang des Jahres "jetzt dasselbe mit Manuel Neuer. Dass die das zulassen, dass ein Spieler in die Öffentlichkeit geht, mit etwas, was er nur mit Jogi Löw zu besprechen hat", stößt Hoeneß äußerst sauer auf.

Im Anschluss rundet er sein Watschn-Gewitter mit einer deutlichen Ansage ab: "Wir werden uns das in Zukunft nicht mehr gefallen lassen, dass unsere Spieler ohne Grund beschädigt werden. Wir werden jetzt den Leuten beim DFB ein bisschen Feuer geben, das können wir."

Auch wenn er ter Stegen einen "sehr guter Torhüter" nennt, ist für ihn "Manuel Neuer viel besser und erfahrener. Der kann so lange spielen, wie er gesund ist - der wird immer der Beste sein."

Auch Niko Kovac stellt sich hinter Manuel Neuer

Auf die Rückendeckung seines Trainers Niko Kovac kann sich Manuel Neuer auch verlassen.
Auf die Rückendeckung seines Trainers Niko Kovac kann sich Manuel Neuer auch verlassen.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Nachdem sich der Bayern-Keeper selbst eigentlich nicht mehr zum Thema äußern wollte, ließ es sich nach den Aussagen seiner Vorgesetzten nicht mehr vermeiden. Grundsätzlich freute sich aber über die Unterstützung seiner Bosse. Im Kern machte er jedoch noch einmal deutlich: "Ich will jetzt nicht großartig eine Debatte darüber führen und darüber reden, was wer wie gut kann. Wir sind eine Mannschaft, wir sind Teamplayer."

Einmal mehr holte er dann die in der Diskussion für ihn völlig vergessenen Bernd Leno (26) und Kevin Trapp (29) mit ins Boot und würdigt auch deren Leistungen: "Wir haben vier sehr gute Torhüter, wir spielen zusammen und wir tun alles für die Nationalmannschaft."

Auch Bayern-Coach Niko Kovac bezog noch Stellung zum Torwart-Krach. Er sprang Hoeneß und Rummenigge bei und machte klar, dass sich für ihn die Diskussion nicht stellt, so lange Neuer seine Leistung bringt. "Diese Diskussion darf überhaupt nicht stattfinden. Wenn man nicht gut hält, okay. Aber nicht so."

Der 47-Jährige merkte zudem an, dass man bei Neuer von einem "Top-Spieler" redet, "der über zehn Jahre im Tor der Nationalmannschaft steht, der alles gewonnen hat mit seinen Teams und viermal Welttorhüter war."

Nachdem sich sowohl beide Torhüter als auch die Bayern-Bosse zum Thema geäußert haben, müsste es vom DFB und Joachim Löw wohl bald eine Aussage geben, um Klarheit zu Schaffen - zumindest bis zur Europameisterschaft im kommenden Sommer.

Die Aussagen von Bayern-Präsident Uli Hoeneß im Video

Auch wenn sich Uli Hoeneß nicht mehr zur Wahl des Präsidenten zur Verfügung stellen will, seine Bayern verteidigt er wohl ein Leben lang.
Auch wenn sich Uli Hoeneß nicht mehr zur Wahl des Präsidenten zur Verfügung stellen will, seine Bayern verteidigt er wohl ein Leben lang.  © Matthias Balk/dpa
Der Mittwochabend war für den National-Keeper auf dem Platz deutlich ruhiger als in der Mixed-Zone danach.
Der Mittwochabend war für den National-Keeper auf dem Platz deutlich ruhiger als in der Mixed-Zone danach.  © Sven Hoppe/dpa

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