Hat eine Krankenschwester drei Frühchen vergiftet?

Marburg - Weil sie mehreren Frühchen unerlaubt Medikamente gegeben haben soll, steht eine ehemalige Kinderkrankenschwester seit Donnerstag wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht Marburg.

Die ehemalige Krankenschwester soll den Frühchen Beruhigungs- und Narkosemittel verabreicht haben (Symbolbild).
Die ehemalige Krankenschwester soll den Frühchen Beruhigungs- und Narkosemittel verabreicht haben (Symbolbild).  © 123RF (Fotomontage)

Die Anklage wirft der 29-Jährigen vor, zwischen Dezember 2015 und Februar 2016 als damalige Mitarbeiterin des Marburger Uni-Klinikums drei Kindern nicht verordnete Beruhigungs- und Narkosemittel verabreicht zu haben.

Dadurch seien die Babys in einen lebensbedrohlichen Zustand geraten. Zwei Frühchen überlebten, das dritte starb. Der Tod dieses Kindes soll aber nichts mit den mutmaßlichen Taten zu tun haben.

Einem der Kinder soll es durch die Medikamente so schlecht gegangen sein, dass Wiederbelebungsmaßnahmen nötig gewesen seien, teilte das Landgericht mit.

Zu Beginn des Prozesses schwieg die Krankenschwester, im Ermittlungsverfahren hatte sie die Vorwürfe bestritten.

Angeklagt ist die Frau auch wegen gefährlicher Körperverletzung und Misshandlung von Schutzbefohlenen.

70 Verhandlungstage geplant

Die Uni-Klinik schaltete einer Sprecherin zufolge nach dem ersten Verdachtsfall sofort die Polizei ein.

Der Prozess wird sich ziehen: Die Sechste Kammer plant bislang rund 70 Verhandlungstage bis Februar 2020.

Titelfoto: 123RF (Fotomontage)

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