Wilke-Skandal weitet sich aus: Ekel-Wurst auch an Uni-Mensen und Kliniken verteilt

Marburg/Gießen/Twistetal - Der Skandal um den hessischen Wurstwaren-Hersteller Wilke Wurstwaren zieht immer weitere Kreise. Nun wurde bekannt, dass die keimbelastete Wurst an gleich zwei hessischen Universitäten verteilt wurde.

Der Skandal um Wilke-Wurstwaren zieht immer größere Kreise.
Der Skandal um Wilke-Wurstwaren zieht immer größere Kreise.

Wie die Hessenschau am Donnerstag berichtet, seien Wurstwaren von Wilke auch in den Mensen der Universitäten in Marburg und Gießen ausgegeben worden. Auch der Catering-Riese Sodexo sei betroffen, wie das Medium mitteilt. Dort sei eine Großküche sowie ein Kunde aus Baden-Württemberg betroffen.

Die Sprecherin des Studentenwerkes in Gießen teilte darüber hinaus mit, dass einer ihrer Mitarbeiter, als er von dem Skandal um die Wilke-Wurst erfuhr, umgehend mit der Hochschulgastronomie in Kontakt getreten war. "Innerhalb von einer halben Stunde waren bei uns alle Wilke-Produkte aus dem Sortiment verschwunden, präventiv, noch bevor der Rückruf kam", sagte Sprecherin Eva Mohr der Hessenschau.

Auch in Marburg wurden umgehend nach Bekanntwerden des Listerien-Befalls bei Wilke-Wurstwaren sämtliche möglicherweise betroffenen Produkte aus dem Verkehr gezogen.

Bemängelt wurde seitens des Studentenwerkes in Gießen jedoch vor allem die Kommunikation mit dem nordhessischen Wurstfabrikanten.

Wilke-Wurst auch in Lahn-Dill-Kliniken

In den Lahn-Dill-Kliniken in Wetzlar kam man einem möglichen Unglück aufgrund aufmerksamer Mitarbeiter wohl zuvor. Wie die Sprecherin der Kliniken, Stefanie Mohr, mitteilte, habe man die Wilke-Wurst noch vor Bekanntwerden des Keimbefalls aussortiert und gegen Alternativ-Produkte ersetzt.

Dennoch teste man die Patienten schon bei den kleinsten Anzeichen auf einen Listerien-Befall. Stand jetzt gebe es aber keinerlei Grund zur Sorge. "Aktuell liegen bei uns keine Listerienbefunde vor", so Mohr.

"Der Informationsfluss von Wilke in unsere Richtung war nicht vorhanden", ergänzt Mohr. Mittlerweile wurde von der Staatsanwaltschaft Kassel ein Ermittlungsverfahren wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Tötung gegen den Geschäftsführer der Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren GmbH eingeleitet.

Die Waren des Herstellers werden mit zwei Todesfällen in Südhessen sowie 37 weiteren Krankheitsfällen wegen keimbelasteter Wurst in Verbindung gebracht.

Auch in der Mensa der Justus-Liebig-Universität in Gießen gab es Wilke-Wurst.
Auch in der Mensa der Justus-Liebig-Universität in Gießen gab es Wilke-Wurst.  © dpa/Frank Rumpenhorst

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