BVB-Kicker Schmelzer "sehr enttäuscht": Klub-Bosse verweigerten Wechsel!

Dortmund - Er ist eine der Identifikationsfiguren von Borussia Dortmund im derzeitigen Kader: Marcel Schmelzer. Jetzt kommt raus, dass "Schmelle" eigentlich schon gar nicht mehr im Signal Iduna Park auflaufen würde, hätte der BVB nicht sein Veto eingelegt!

Seit seiner Zeit beim BVB für Marcel Schmelzer ein wichtiger Ansprechpartner: Liverpool-Trainer Jürgen Klopp.
Seit seiner Zeit beim BVB für Marcel Schmelzer ein wichtiger Ansprechpartner: Liverpool-Trainer Jürgen Klopp.  © Bernd Thissen/dpa

Man könnte behaupten, die BVB-Karriere des Marcel Schmelzer gleicht der Hinrunde von Borussia Dortmund. Unbeständig und mit Schwankungen irgendwo zwischen Machtdemonstration auf allerhöchstem Niveau und beinahe lähmender Lethargie.

Der inzwischen 31-Jährige hat während seiner Zeit bei der Borussia so ziemlich alles erlebt. Meisterschaften und Pokalsieg zwischen 2010 und 2012, das Erreichen des Champions-League-Finals 2013 mit der bitteren Niederlage gegen den FC Bayern und die Horrorsaison 14/15 mit dem Überwintern auf Rang 17.

Dazu kommt das Nationalmannschaftsdebüt 2010 als 22-Jähriger mit anschließender Ausbootung noch vor der WM 2014. BVB-Kapitän und Niederlegung des Amtes, dazu ein aktuell äußerst schwerer Stand unter Trainer Lucien Favre. Es ist fast wie in einer Seifenoper.

Unter Jürgen Klopp debütierte Schmelzer 2008 in der Bundesliga. Es folgten seither noch 252 weitere Partien für Schwarz-Gelb in der höchsten deutschen Spielklasse, darüber hinaus noch 43 Champions-League- und 35 DFB-Pokal-Spiele. Zwei Jahre führte er die Borussia sogar aufs Feld, ehe er im Mai 2018 die Binde freiwillig wieder abgegeben hatte.

Wie er jetzt gegenüber dem Kicker verraten hat, hatte Jürgen Klopp daran einen Anteil, ohne, dass er überhaupt noch Schmelzers Trainer gewesen wäre. Der Wunsch, nicht länger die Binde tragen zu wollen, gärte bereits in ihm - und Schmelzer holte sich Ratschläge von "Personen, deren Meinung mir wichtig ist", so der Fußballer. Kloppo war einer davon.

"Wir haben das Gefühl, du willst es den Fans recht machen, dem Trainer, den Mitspielern, dem Club. Aber was ist mit dir? Du setzt dich zu sehr unter Druck. Versuche, es dir recht zu machen.", so die Meinung, die auch der Erfolgstrainer vertrat. "Schmelle" trat schließlich vom Amt des Spielführers zurück.

BVB schiebt Wechsel ins Ausland Riegel vor, Schmelzer: "Das hatte ich zu akzeptieren!"

Marcel Schmelzer war in der vergangen Saison bereits häufiger zum Zuschauen verdammt. Doch sein Wechsel ins Ausland ließ der Verein nicht zu.
Marcel Schmelzer war in der vergangen Saison bereits häufiger zum Zuschauen verdammt. Doch sein Wechsel ins Ausland ließ der Verein nicht zu.  © Bernd Thissen/dpa

Dass der bald 32-Jährige nach zwei Jahren als Kapitän und nun elfeinhalb Jahren in der Profimannschaft des Klubs schon eigentlich gar nicht mehr für den BVB auflaufen sollte, verriet der Linksfuß darüber hinaus: "Es war von meiner Seite aus alles geklärt mit einem Verein aus dem Ausland", so der 16-malige deutsche A-Nationalspieler.

Dieser Verein habe ihm eine äußerst lukrative Perspektive geboten. Schmelzer hätte neben dem laufenden Trainings- und Spielbetrieb "eine Arbeit als Trainer in einem hoch angesehenen Trainingskomplex ermöglicht" bekommen.

Für Schmelzer, der nach seiner aktiven Karriere gerne als Trainer arbeiten möchte, war dies "damals fast der wichtigste Punkt in den Gesprächen".

Doch aus diesem "überaus spannendem Gesamtpaket" wurde nichts. Trotz seines Wunsches haben die Dortmunder Verantwortlichen ihr Veto eingelegt und Schmelzers Wunsch nicht entsprochen.

"Das hatte ich zu akzeptieren, auch wenn ich sehr enttäuscht war. Weil ich damals schon das Gefühl hatte, dass ich kaum Einsatzchancen erhalten würde. Und so kam es ja auch."

Und so blieb der ehemalige Kapitän, musste auch aufgrund von Verletzungen bis auf drei Liga-Minuten in zwei Einsätzen die Licht-und-Schatten-Hinserie des BVB von draußen beobachten. Eine Saisonhälfte der Borussia, die ihm und seiner Dortmunder Karriere wohl mehr gleicht, als jedem anderen seiner Mitspieler.

Kam vergangene Saison nur zu neun Bundesliga-Einsätzen für den BVB. In der laufenden Spielzeit waren es lediglich drei Minuten.
Kam vergangene Saison nur zu neun Bundesliga-Einsätzen für den BVB. In der laufenden Spielzeit waren es lediglich drei Minuten.  © Bernd Thissen/dpa
Ließen ihren ehemaligen Kapitän nicht ziehen: "Aki" Watzke und Michael Zorc.
Ließen ihren ehemaligen Kapitän nicht ziehen: "Aki" Watzke und Michael Zorc.  © Bernd Thissen/dpa

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