Darum ist der Trainerwechsel bei Gladbach berechtigt

Mönchengladbach - Es hatte sich seit Tagen abgezeichnet, nun ist es fix: RB Salzburgs Erfolgstrainer Marco Rose (42) wird zur kommenden Saison neuer Coach von Borussia Mönchengladbach. Das gab der aktuelle Tabellenfünfte am Mittwoch offiziell bekannt. Dieser Wechsel war überfällig.

Für Dieter Hecking wurde mit Marco Rose der erwartete Nachfolger gefunden.
Für Dieter Hecking wurde mit Marco Rose der erwartete Nachfolger gefunden.  © DPA

Denn dass Dieter Hecking nach zweieinhalb Jahren abgelöst wird, ist eine nachvollziehbare Entscheidung von Sportdirektor Max Eberl.

Denn obwohl Hecking durchaus gute, respektable Arbeit leistete und seine menschliche und intelligente Art immer wieder gelobt wurde, schaffte er es in den vergangenen Jahren nicht, das enorme Potenzial der Mannschaft konstant herauszukitzeln.

So wurde Gladbach in der vergangenen Spielzeit trotz eines Champions-League-reifen Kaders nur Neunter, was aber sicher nicht nur am Verletzungspech der Fohlen lag.

In der laufenden Spielzeit sah das lange Zeit anders aus. Die Gladbacher verkrafteten schwerwiegende personelle Ausfälle von Anführern wie Lars Stindl oder Raffael und waren fest auf Champions-League-Kurs.

Einige Experten räumten Gladbach sogar Titelchancen ein. Damit schienen die Spieler nicht umgehen zu können. Denn die nächste Partie endete nicht nur mit der ersten Liga-Heimniederlage.

Nein, am 21. Spieltag wurde das ganze Borussen-Selbstverständnis gehörig ins Wanken gebracht und die Fassade der Selbstsicherheit begann zu bröckeln: So sollte die 0:3-Pleite am 9. Februar gegen Hertha BSC der Anfang vom Ende von Dieter Hecking als Gladbach-Trainer werden.

Heckings Anfang vom Ende in Mönchengladbach

Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl traf die schwierige Entscheidung, Dieter Hecking durch Marco Rose zu ersetzen.
Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl traf die schwierige Entscheidung, Dieter Hecking durch Marco Rose zu ersetzen.  © DPA

Anschließend gab es zwar ein 1:1-Unentschieden bei Eintracht Frankfurt, doch als im heimischen Borussia-Park erst mit 0:3 gegen den VfL Wolfsburg und dann mit 1:5 gegen den FC Bayern München verloren wurde, schlug die Stimmung um, woran auch ein 1:0-Sieg beim 1. FSV Mainz 05 nichts ändern konnte.

Denn das anschließende Heimspiel gegen den SC Freiburg brachte wieder keinen Sieg (1:1) und als Gladbach dann auch noch 1:3 bei Fortuna Düsseldorf verlor, dürfte die Entscheidung von Eberl festgestanden haben.

Denn Hecking schaffte es nicht, seine mental sichtlich angeschlagene Truppe wieder dauerhaft in die Erfolgsspur zurückzuführen. Selbst der überzeugende Auftritt beim 1:1 gegen den SV Werder Bremen kam zu spät.

Nun geht es für den 54-Jährigen vor allem darum, die Saison würdig zu beenden, mindestens die Europa-League-Qualifikation zu erreichen und im Idealfall sogar noch einen Angriff auf Champions-League-Platz vier zu starten.

Mit Nachfolger Rose werden große Hoffnungen und Erwartungen verbunden. So kauft Eberl diesen aus seinem bis zum 30. Juni 2020 laufenden Vertrag in Salzburg heraus und zahlt eine Ablösesumme in Millionenhöhe für den gebürtigen Leipziger über dessen Verpflichtung er sagt: "Marco Rose hat in Salzburg in den vergangenen sechs Jahren hervorragende Arbeit geleistet und wir freuen uns, dass er ab der kommenden Saison bei uns sein wird."

Neustart mit Marco Rose

RB-Salzburg-Erfolgscoach Marco Rose ist ab der kommenden neuer Übungsleiter bei Borussia Mönchengladbach.
RB-Salzburg-Erfolgscoach Marco Rose ist ab der kommenden neuer Übungsleiter bei Borussia Mönchengladbach.

Er bringt dabei auch seine drei Assistenten Rene Maric, Patrick Eibenberger und den früheren deutschen Nationalstürmer Alexander Zickler aus Salzburg mit.

Ex-Profi Rose spielte in der Bundesliga unter Coach Jürgen Klopp für den 1. FSV Mainz 05, wo er später auch als Co-Trainer arbeitete.

Einen Namen als Übungsleiter machte er sich aber erst in Salzburg. Dort trainierte er verschiedene Juniorenteams und gewann 2017 sensationell mit der U19 die UEFA Youth League durch einen 2:1-Sieg über Benfica Lissabon.

Dort stieg er zum Coach der Profis auf, gewann mit RB 2018 die österreichische Meisterschaft und drang mit seinem Team bis ins Halbfinale der Europa League vor, wo man erst in der Verlängerung an Olympique Marseille aus Frankreich scheiterte.

Er gilt als Talent-Entwickler, der das Potenzial von Spielern entfalten kann und seine Kicker stetig besser macht. Bestes Beispiel: Der 19-jährige Hannes Wolf, der in der Youth League Torschützenkönig wurde, seit zwei Jahren Stammspieler in Salzburgs Profiteam ist und im Sommer für zwölf Millionen zu RasenBallsport Leipzig wechseln wird.

All diese Fähigkeiten soll er ab 1. Juli bei Mönchengladbach unter Beweis stellen.

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