Marias letzte Party - was geschah nach diesem Tanz?

In diesem Grünauer Plattenbau (o.) befindet sich die polizeilich versiegelte Wohnung (r.), in der auch die Party stattfand.
In diesem Grünauer Plattenbau (o.) befindet sich die polizeilich versiegelte Wohnung (r.), in der auch die Party stattfand.

Von Alexander Bischoff

Leipzig - An der Aufklärung des Mordes an Maria D. (43, MOPO berichtete) wirken jetzt auch Ermittler für Sexualstraftaten mit. Offenbar wurde der lebenslustigen Portugiesin ihre Kontaktfreude zum Verhängnis.

Immer wieder schaut Eszter L. (34) auf das letzte Foto ihrer Freundin Maria. Auf der verwackelten Handy-Aufnahme tanzt die Portugiesin wild auf einem Stuhl. Mehrere Männer sitzen im Hintergrund und klatschen. „Das war die letzte Party mit ihr in der Wohnung von Jorge“, erzählt die Altenpflegerin.

Für die Ermittlungen der „Soko Brücke“ ist die Aufnahme wichtig. Zeigt sie doch die letzten Kontakte des Mordopfers, darunter auch den in der vergangenen Woche urplötzlich in Portugal verstorbenen Jorge P. (38).

Seine Wohnung, in der die Party stattfand, ist seit dem Fund der zerstückelten Leiche versiegelt. Sie gilt als möglicher Tatort.

Die Party in der Grünauer Wohnung - alle Personen, die mitfeierten und noch leben, werden jetzt von der Soko vernommen.
Die Party in der Grünauer Wohnung - alle Personen, die mitfeierten und noch leben, werden jetzt von der Soko vernommen.

Dass Marias Mörder aus ihrem Freundeskreis kommt, glaubt Eszter nicht. „Das sind alles nette Leute, niemandem würde ich das zutrauen“, sagt sie. Auch auf Marias Lebenspartner Antonio (43) hält Eszter große Stücke. „Ein lieber Mann, der es mit ihr nicht immer leicht hatte, vor allem, wenn sie Alkohol trank.“ Es habe dann oft Streit gegeben und Maria sei für Tage verschwunden.

Einmal, so erzählt Eszter, habe Maria in einer dieser Auszeiten eine kurze Affäre mit einem Rumänen gehabt. „Der war wesentlich jünger als sie, ein komischer Typ.“ Auch nach diesem Mann sucht die Soko.

Offenbar hat das Ermittlerteam Hinweise auf einen sexuellen Hintergrund des Verbrechens. Denn in die Soko wurden „K 13“-Ermittler eingebunden - Experten des Kommissariats für Sexualstraftaten. Zu Details der Ermittlungen will sich die Staatsanwaltschaft derzeit aber nicht äußern.

Fotos: A. Bischoff, privat


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