Olympiasiegerin Marieke Vervoort ist tot! Belgierin erhält Sterbehilfe

Belgien - Seit Jahren litt sie unter schlimmen Schmerzen, wünschte sich zuletzt nur noch den Tod. Nun ist Olympiasiegerin Marieke Vervoort (40) gestorben.

Marieke Vervoort bei einem Empfang in ihrer belgischen Heimat nach dem Sieg bei den Paralympics in London 2012.
Marieke Vervoort bei einem Empfang in ihrer belgischen Heimat nach dem Sieg bei den Paralympics in London 2012.  © imago images/Belga

Die belgische Behindertensportlerin, die bei den Paralympics in der Leichtathletik Gold und Silber in London 2012 und Silber sowie Bronze 2016 in Rio de Janeiro holte, ist am Dienstag in ihrer Heimatstadt Diest gestorben.

Das teilte die Stadt in einem kurzen Statement mit, wie belgische Medien berichten. In dem Land ist die Sterbehilfe seit 2002 legal. Drei Ärzte müssen zustimmen, dann kann das Leben eines Menschen, der die Sterbehilfe zuvor beantragen muss, stattfinden.

Laut der Mitteilung habe Vevoort entschieden, am Dienstag zu sterben. Bereits 2008 wurde ihr Antrag auf Sterbehilfe bewilligt. Sie konnte selbst darüber entscheiden, wann sie ihr Leben beenden möchte.

Marieke Vervoort litt seit ihrem 14. Lebensjahr an fortschreitender Form der Querschnittslähmung, die durch die Deformation des fünften und sechsten Halswirbels einherging. Seit ihrem 21. Lebensjahr war sie an den Rollstuhl gebunden.

Ihr Kampfgeist war seit jeher ungebrochen. Zunächst spielte sie Rollstuhlbasketball, bevor sie 2007 sogar am Iron Man auf Hawaii im Paratriathlon teilnahm und gewann.

2008 verschlechterte sich ihr Zustand, so war es ihr nicht mehr möglich, Paratriathlon auszuüben.

Marieke Vervoorts letzter Wunsch: Ihre Asche soll auf Lanzarote verstreut werden

Marieke Vervoort mit ihren Olympischen Medaillen.
Marieke Vervoort mit ihren Olympischen Medaillen.  © imago images/Belga

Also wechselte sie zur Leichtathletik und holte im Rollstuhl-Sprint bei den Paralympischen Spielen in London sensationell die Goldmedaille, sowie noch eine Silbermedaille.

Doch der nächste Rückschlag folgte 2013 bei der Weltmeisterschaft im französischen Lyon, als Vervoort schwer stürzte und sich eine schwere Schulterverletzung zuzog.

Doch auch davon erholte sich die Frau mit dem unglaublich großen Kämpferherz und siegte bei der WM in Doha 2015 auf gleich drei Strecken. Bei ihren letzten parlympischen Spielen in Rio de Janeiro holte die noch einmal Silber und Bronze.

Auch, wenn sie im Sport noch erfolgreich war und immer wieder kämpfte, so wurde ihr Zustand immer schlechter. Schon 2017 kündigte sie an, dass sie die Sterbehilfe in Anspruch nehmen wolle.

Nicht nur die Schmerzen wurden immer größer, sondern die Lähmung betraf nun weitere Bereiche des Körpers, zudem verlor die Frau teilweise das Augenlicht.

Nach Olympia in Rio zog sich Vervoort aus der Öffentlichkeit zurück. Auf ihren Kanälen in den Sozialen Medien konnte man ihren Weg aber weiter verfolgen. Die Bilder waren geprägt von zahlreichen Krankenhausaufenthalten.

Marieke Vervoort setzte sich stark für das Recht der Sterbehilfe ein und als sie 2017 darüber sprach, bald sterben zu wollen, berichtete sie auch, dass sie bereits Briefe an ihre Liebsten verfasst hätte.

Sie wünscht sich zudem, dass ihre Asche auf Lanzarote verstreut wird, wo sie seit 2008 stets Weihnachten verbracht hat.

Neben dem Fußballer Kevin de Bruyne (28) war Vervoort in Belgien ein echter Star und wird es aufgrund ihrer bemerkenswerten Geschichte und ihres großen Kämpferherzes auch immer bleiben.

Marieke Vervoort bei den Paralympics in Rio de Janeiro 2016.
Marieke Vervoort bei den Paralympics in Rio de Janeiro 2016.  © imago images/Kyodo News

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