Mutmaßlicher Tierquäler von Reitzenhain ist tot

Marienberg/Reitzenhain - Horror-Fund in Reitzenhain: In einem Haus wurde eine Leiche entdeckt. Es soll sich um den Mann handeln, der vor einem Jahr in die Schlagzeilen kam, weil auf seinem Grundstück Tiere qualvoll starben.

Im Januar 2019 wurden tote Tiere auf dem Grundstück gefunden. (Archivbild)
Im Januar 2019 wurden tote Tiere auf dem Grundstück gefunden. (Archivbild)  © Kristian Hahn

Der Mann wurde bereits am Donnerstagabend nach einem Hinweis gefunden, für ihn kam jede Hilfe zu spät. Wie die Polizei bestätigte, konnte der Notarzt nur noch den Tod des Mannes feststellen. Bei dem Toten handelt es sich um den mutmaßlichen Tierquäler von Reitzenhain.

Die Ermittler gehen nicht von einer Straftat, einem Unfall oder einem Suizid aus. "Wir gehen davon aus, dass es sich um eine natürliche Todesursache handelt", bestätigte Polizeisprecher Andrzej Rydzik gegenüber der Freien Presse.

Es soll vermutlich keine Obduktion geben.

Am Freitag waren die Kriminalisten noch einmal am Fundort der Leiche und haben den Tatort entsprechend genau untersucht.

Erst Anfang Januar war Anklage am Amtsgericht Marienberg gegen den Mann eingereicht worden. Gegen ihn und seine Lebensgefährtin wurde wegen des Verdachts der Tierquälerei ermittelt.

Dutzende tote Tiere auf Grundstück entdeckt

Die Polizei ermittelte gegen den Mann wegen des Verdachts der Tierquälerei. (Archivbild)
Die Polizei ermittelte gegen den Mann wegen des Verdachts der Tierquälerei. (Archivbild)  © Kristian Hahn

Was war geschehen? Im Januar 2019 wurden auf einem Grundstück in Reitzenhain dutzende tote Tiere entdeckt. Unter anderem kamen zwei Rinder, mehrere Schafe und Ziegen, Enten, Gänse und 49 Hühner sowie drei Kaninchen ums Leben. Die Tiere waren verdurstet oder verhungert.

Nachbarn hatten damals das Veterinäramt verständigt, weil es Hinweise gab, dass der Halter die Tiere schon länger nicht mehr versorgt hatte (TAG24 berichtete). Das bestätigte auch die Staatsanwaltschaft.

Die Tiere seien durch die niedrigen Temperaturen und den Schnee, der damals lag, von der Versorgung anhängig gewesen, weil das Trinkwasser gefroren und das Futter unerreichbar war.

Durch das Einschreiten des Veterinäramtes konnten aber auch einige Tiere gerettet werden, darunter Ziegen, Gänse und mehrere Hunde und Welpen.

Die Tiere kamen in ein Tierheim und wurden dort wieder aufgepäppelt.

Die Polizei hatte, neben dem nun verstorbenen Mann, auch gegen dessen damalige Lebensgefährtin ermittelt. Gegen sie wird das Verfahren weitergeführt. Zu einem Prozess wird es wohl frühestens im März kommen. Ihr drohen bis zu drei Jahre Haft.

Titelfoto: Kristian Hahn

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