Erst Drohbriefe, dann Sprengstoff, jetzt Schüsse: Wer hat es auf den Autoteilehandel abgesehen?

Marienberg - Der Schock sitzt tief im Ortsteil Reitzenhain: In der Nacht zum Sonnabend wurde auf die Schaufensterscheiben eines Geschäfts geschossen (TAG24 berichtete) - es ist nicht der erste Anschlag gegen einen tschechischen Autoteilehändler. Marcel Novak (38), ein Vertreter der Firma, vermutet: "Ein gekündigter Ex-Kollege will Rache üben!"

Vermieter Thomas Drilltzsch (71) hofft, dass es bald konkrete Beweise gegen den Täter gibt.
Vermieter Thomas Drilltzsch (71) hofft, dass es bald konkrete Beweise gegen den Täter gibt.  © Maik Börner

Im Sommer letzten Jahres ging der Albtraum gegen die Firma "Auto Kelly" los. Thomas Drilltzsch (71), Vermieter des Ladens, erinnert sich: "Es wurden Drohbriefe gegen die Firma unter der Tür durchgeschoben." Im November dann der erste Anschlag: Die Schaufensterscheiben wurden mit Sprengstoff in die Luft gejagt. "Zu dem Zeitpunkt waren zwei tschechische Arbeiter vor Ort, sie blieben glücklicherweise unverletzt."

Nur zwei Monate später jetzt der nächste Angriff gegen das Geschäft: 24 Stahlkugeln schlugen in die Schaufenster ein. Die Polizei vermutet, dass dazu eine Schleuder verwendet wurde. Verletzt wurde niemand, der Schaden beläuft sich auf 5000 Euro.

"Wie lange soll das noch gehen?", fragt sich Thomas Drilltzsch. Er hofft, dass der Täter schnell geschnappt wird. "Auto Kelly"-Vertreter Marcel Novak hat indes einen konkreten Verdacht: "Unsere zwei Männer haben nach dem Sprengstoff-Anschlag einen Ex-Kollegen flüchten sehen. Er wurde gekündigt und will wahrscheinlich Rache üben." In Tschechien habe er sogar schon ein Dienstauto der Firma abgefackelt. Da es keine handfesten Beweise gibt, liegen gegen den Ex-Mitarbeiter keine Anzeigen vor. "Die Stahlkugeln werden jetzt auf Fingerabdrücke und DNA untersucht", so ein Polizeisprecher.

Momentan wird wegen Sachbeschädigung ermittelt. Zeugen-Hinweise nimmt die Polizei unter Telefon: 03735/6060 entgegen.

Bis zu einen Zentimeter Durchmesser hatten die Stahlkugeln, die wahrscheinlich mit einer Schleuder abgeschossen wurden.
Bis zu einen Zentimeter Durchmesser hatten die Stahlkugeln, die wahrscheinlich mit einer Schleuder abgeschossen wurden.  © Maik Börner
Die Stahlkugeln landeten sogar auf der gegenüberliegenden Straßenseite.
Die Stahlkugeln landeten sogar auf der gegenüberliegenden Straßenseite.  © Maik Börner
 24 Schüsse feuerte der Täter auf die Schaufenster des tschechischen Geschäfts "Auto Kelly" ab.
24 Schüsse feuerte der Täter auf die Schaufenster des tschechischen Geschäfts "Auto Kelly" ab.  © Maik Börner

Mehr zum Thema Erzgebirge:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0