Supermarkt weg! So leidet ein ganzer Stadtteil unter der Versorgungs-Katastrophe

Ramona Richter (55) vor dem geschlossenen Edeka-Markt in Marienthal. Kekse 
und Wurstwaren hat sie bei den Notversorgern erworben.
Ramona Richter (55) vor dem geschlossenen Edeka-Markt in Marienthal. Kekse und Wurstwaren hat sie bei den Notversorgern erworben.  © Sven Gleisberg

Zwickau - Ramona Richter (55) bringt es auf den Punkt. „Für die älteren Leute ist es eine Katastrophe“, sagt die Marienthalerin. Sie steht im Eschenweg vor den verschlossenen Türen des ehemaligen Edeka-Marktes.

Der machte im vergangenen Jahr dicht. „Wirtschaftliche Gründe“, hieß es.

Für das vor allem von älteren Zwickauern bewohnte Viertel stehen seitdem ein Bäcker- und ein Fleischerwagen als Notversorger zur Verfügung.

Wem deren Angebote nicht reichen, der muss weite Wege zum Konsum oder zum Kaufland antreten. „Mir macht das wenig aus, ich bin mobil. Aber die vielen alten Leute mit ihren Gehhilfen und Krückstöcken?“, fragt Christine Lorenz.

Mit dieser Meinung steht sie nicht allein. Die Marienthaler sind schlichtweg sauer, dass der Markt immer noch geschlossen ist. Ein Nachmieter hat sich bislang nicht gefunden.

Die Politik will reagieren. Bürger für Zwickau/Grüne fordern die Einrichtung sogenannter Smartläden nach dem Vorbild von Frankfurt/Main. Die werden dort von einer städtischen Beschäftigungsgesellschaft betrieben, die wiederum Langzeitarbeitslose als Arbeitskräfte einsetzt.

„In Zwickau könnte das ein freier Träger oder die Zwickauer Beschäftigungsgesellschaft übernehmen“, sagt BfZ-Chef Tristan Drechsel (61).


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