Baut Frau Töberich ihr Grundstück zum Asyldorf um?

Regine Töberich (50) bietet der Stadt ihr Grundstück an.
Regine Töberich (50) bietet der Stadt ihr Grundstück an.

Dresden - Eigentlich wollte Architektin Regine Töberich (50) auf ihrem „Marina Garden“-Grundstück an der Elbe Luxuswohnungen bauen. Doch das Projekt steckt fest. Jetzt meldet sich Frau Töberich mit einer Überraschung zurück!

Denn laut „DNN“ hat sie dem Rathaus ihr Grundstück in der Leipziger Vorstadt zur Miete angeboten. Ihre Idee: Ein Containerdorf für Asylbewerber.

„Das Grundstück liegt im Moment brach. Angesichts der Probleme, die die Stadt bei der Beschaffung von Grundstücken und Immobilien für Asylbewerber hat, könnte sie es für diese Zwecke nutzen“, erklärte die Unternehmerin gegenüber der „DNN“.

23.000 qm stünden der Stadt dann zur Verfügung. Auch Sanitär- und Küchencontainer bot Töberich der Stadt an. Bisher gab es auf beide Angebote keine Antwort: „Das wundert mich sehr, da solche Container wegen der großen Nachfrage bereits ausverkauft sind“, so Töberich.

Derzeit werde das Angebot von der Stadt geprüft. Ob es angenommen wird sei noch nicht sicher, so eine Sprecherin.

Container statt Luxuswohnungen: sieht es bald so auf Töberichs Grundstück aus?
Container statt Luxuswohnungen: sieht es bald so auf Töberichs Grundstück aus?

Hintergrund zum Töberich-Streit

So sollte Marina Garden nach Töberichs Vorstellung aussehen.
So sollte Marina Garden nach Töberichs Vorstellung aussehen.

Investorin Regina Töberich plant seit 2008 das Bauprojekt „Marina Garden“. Seit August 2014 gehört ihrer Firma das Grundstück in der Leipziger Vorstadt. Die Stadt lehnte ihr Vorhaben für den Bau eines Wohnparks bislang ab.

Grund: Die rot-grün-rote Stadtratsmehrheit sei gegen das Bebauen des Überschwemmungsgebiets. Statt Töberichs Luxuswohnungen soll das Hafen-City-Gebiet im Sinne des Hochwasserschutzes bebaut werden.

Das ließ sich die Architektin nicht gefallen. Höhepunkt eines wochenlangen Streits: Töberich baggerte einen Teil des Elbradwegs weg.

Wie sich dann rausstellte, war es auch noch ein falscher Abschnitt - der gehörte ihr nämlich gar nicht. Dafür soll sie 14.000 Euro bezahlen (MOPO24-Video). Töberich ihrerseits hat die Stadt auf 12 Millionen Euro Schadenersatz verklagt. Ihre bisherigen Planungskosten und der entgangene Gewinn wegen Verzögerung, verursacht durch das Rathaus.

Fotos: imago, PR, Thomas Türpe


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