Anklage: Diese Männer zockten West-Arbeiter mit Ost-Lohn ab!

Fritz D. (66, l.) und Piotr M. (44) sollen ein betrügerisches Firmengeflecht geleitet haben.
Fritz D. (66, l.) und Piotr M. (44) sollen ein betrügerisches Firmengeflecht geleitet haben.

Von Ronny Licht

Markneukirchen - Glaubt man der Staatsanwaltschaft, steht ein besonders dreister Betrüger vor dem Chemnitzer Landgericht: Bauunternehmer Fritz D. (66) zockte westdeutsche Arbeiter mit Ost-Lohn ab.

Laut Anklage sparte der Unternehmer gemeinsam mit seinem Komplizen Piotr M. (44) rund 720.000 Euro Sozialversicherungsbeiträge und Löhne.

2003 gründete Fritz D. in Markneukirchen eine Maler-Firma, spezialisierte sich auf Rostschutz für Hochspannungs-Masten.

Doch trotz gültigem Tarifvertrag zahlte der 66-Jährige seinen Mitarbeitern, die er aus den alten Bundesländern holte, nur Ostlohn - etwa 1,20 Euro weniger pro Stunde.

Mit Piotr M. gründete er außerdem eine polnische Außenstelle, heuerte dort über Drittfirmen Arbeiter an. Für die wurden laut Anklage gar keine Abgaben abgeführt. Bei einer Prüfung durchs Hauptzollamt flog alles auf.

Fritz D. gab sich vor Gericht fassungslos: „Ich habe meine Rechnungen immer bezahlt, nie Schulden gemacht. Von der Rentenversicherung bekam ich sogar nach einer Prüfung Geld zurück. Das ist alles lange her, eine Wahnsinnszeit vergangen.“

Der mitangeklagte Piotr M. meinte nur kurz: „Ich sage später aus.“

Zeit dafür ist genug - bis April sind mindestens 14 Verhandlungstage angesetzt, rund 100 Zeugen sollen gehört werden.

Foto: Haertelpress


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