Marko Marins Odyssee geht weiter: Der "deutsche Messi" wechselt nach Saudi-Arabien!

Dschidda (Saudi-Arabien) - Zehnter Verein im neunten Land! Marko Marin (30) wird überraschend von Roter Stern Belgrad zu Al-Ahli Dschidda nach Saudi-Arabien wechseln. Dort wurde der "deutsche Messi" am Sonntag in den Sozialen Medien als Neuzugang vorgestellt.

Marko Marin schließt sich Al-Ahli Dschidda aus Saudi-Arabien an.
Marko Marin schließt sich Al-Ahli Dschidda aus Saudi-Arabien an.  © dpa/Sven Hoppe

Die Ablösesumme soll bei drei Millionen Euro liegen, sofern er den Medizincheck erfolgreich absolviert und anschließend seinen Vertrag unterschreiben kann.

All das kommt sehr überraschend, weil Marin in Serbien eigentlich alles hatte: Er gehörte nicht nur zum Stammpersonal, sondern war auch Kapitän, holte die Meisterschaft und wurde von den anderen Profis zum besten Spieler der serbischen Super Liga gewählt.

Deshalb hatte Roter Stern erst Mitte März 2019 seinen bis zum Sommer 2020 laufenden Vertrag vorzeitig um ein Jahr verlängert - vermutlich mit einer saftigen Gehaltserhöhung verbunden.

Die Wertschätzung für den "Dribbelzwerg" war also sehr groß. So sagte Belgrads Sportlicher Leiter Mitar Mrkela damals: "Marin hat in den letzten sechs Monaten gezeigt, dass er ein außergewöhnlicher Spieler ist. Ich kann frei sagen, dass Roter Stern lange Zeit keinen Spieler seiner Qualität hatte."

Dennoch zog es ihn nun zu seinem zehnten Profiverein im neunten Land. Der "Wandervogel" wird in Dschidda auf den ehemaligen Bundesliga-Trainer Christian Gross treffen. Der Schweizer ist Coach von Al-Ahli, das in der Tabelle der Saudi Professional League auf Rang vier mit 23 Punkten aus zwölf Spielen liegt.

Marko Marin gab unter Jos Luhukay sein Profidebüt für Borussia Mönchengladbach

Marko Marin (l.) spielte in dieser Saison in der Champions League mit Roter Stern Belgrad gegen den FC Bayern München. Hier schirmt er den Ball gegen Leon Goretzka ab.
Marko Marin (l.) spielte in dieser Saison in der Champions League mit Roter Stern Belgrad gegen den FC Bayern München. Hier schirmt er den Ball gegen Leon Goretzka ab.  © dpa/Darko Vojinovic/AP

Diese ereignisreiche Karriere war vor zwölf Jahren in der Form noch nicht abzusehen. Der im ehemaligen Jugoslawien, genauer gesagt in Bosanska Gradiska geborene Marin machte seine ersten Schritte als Fußballer bei SG 01 Hoechst, ehe er im Alter von sieben Jahren zu Eintracht Frankfurt in die Jugend wechselte.

Dort spielte er insgesamt neun Jahre, bevor er sich im Sommer 2005 Borussia Mönchengladbach anschloss. Seine Qualitäten im Eins-gegen-Eins, sein niedriger Körperschwerpunkt und seine flinken Haken sorgten dafür, dass ihn der damalige Gladbacher Profitrainer Jos Luhukay am 31. März 2007 im Alter von 18 Jahren und 18 Tagen zu seinem Bundesliga-Debüt verhalf.

In der 63. Minute wurde er beim Stand von 0:1 für Marvin Compper eingewechselt. Eine weise Entscheidung. Denn Marin bereitete mit einem Freistoß den 1:1-Ausgleich in der 89. Minute vor - ausgerechnet gegen Frankfurt!

Am Saisonende setzte Luhukay noch dreimal auf Marin, der den Abstieg der "Fohlen" als abgeschlagener Tabellenletzter aber auch nicht mehr verhindern konnte.

Doch Marin blieb und entwickelte sich auf Anhieb zu einem überragenden Zweitliga-Spieler, der entscheidenden Anteil am direkten Wiederaufstieg als Meister haben sollte: In 31 Liga-Einsätzen traf er viermal und bereitete stolze 13 Tore direkt vor. Gerade zum Saisonende hin blühte er mit zwölf Scorerpunkten in 13 Spielen auf.

DFB-Bundestrainer Joachim Löw nominierte Marko Marin früh für Deutschland

Marko Marin wirbelte in seiner Zeit als Profi für bislang neun Vereine. Al-Ahli ist nun bereits sein zehnter Klub.
Marko Marin wirbelte in seiner Zeit als Profi für bislang neun Vereine. Al-Ahli ist nun bereits sein zehnter Klub.  © dpa/Darko Vojinovic/AP

Das belohnte auch DFB-Bundestrainer Joachim Löw. Er nominierte Marin und setzte ihn beim 2:2 am 27. Mai 2008 gegen Weißrussland in der zweiten Halbzeit im linken Mittelfeld ein.

Obwohl er nur an einem großen Turnier, der Weltmeisterschaft 2010, teilnehmen durfte (zwei Einsätze), kam er bis zu seinem letzten Länderspiel am 11. August 2010 auf 16 Spiele (ein Tor) für Deutschland. Zwischendurch wurde er mit der U21 im Juni 2009 auch noch Europameister.

All das beflügelte den vielseitig einsetzbaren Offensivmann auch bezogen auf Gladbach. Denn in der Spielzeit 2008/09 knüpfte er nahtlos an seine überragenden Leistungen der Vorsaison an: In wettbewerbsübergreifend 35 Partien kam er auf sieben Tore und 14 Vorlagen. Auch dank ihm schaffte Gladbach gerade so den Klassenerhalt.

Anschließend wechselte er für 8,2 Millionen zum damaligen Top-Klub SV Werder Bremen und Trainer-Legende Thomas Schaaf. Auch hier war er auf Anhieb Stammspieler, kam auf wettbewerbsübergreifend 50 (!) Einsätze, in denen er sieben Mal traf und 18 Tore direkt vorbereitete, wusste auch in der Europa League zu glänzen.

Doch in der Saison 2010/11 lief es für Werder nicht gut. Zwar kam Marin auf 44 Spiele (fünf Tore, zwölf Vorlagen), wurde mit Bremen aber nur Dreizehnter und schied in der Champions-League-Gruppenphase aus.

Marko Marins Verletzungsmisere und Leihspieler-Odyssee

Marko Marin glänzte bei Roter Stern Belgrad: In 58 Einsätzen kam er auf elf Tore und 24 direkte Vorlagen.
Marko Marin glänzte bei Roter Stern Belgrad: In 58 Einsätzen kam er auf elf Tore und 24 direkte Vorlagen.

Dennoch blieb Marin, konnte aber nicht mehr an seine Form anknüpfen, weil ihn gleich mehrere Verletzungen außer Gefecht setzten. Hüftprobleme, eine Beckenverletzung, Leisten- sowie Oberschenkelprobleme und eine Muskelzerrung hatten zur Folge, dass er nur 22 Mal spielte (ein Tor, fünf Vorlagen).

Dennoch - und im Nachhinein im falschen Moment - wechselte er im Sommer 2012 für acht Millionen Euro Ablöse zum FC Chelsea. Dort stand er vornehmlich als Einwechselspieler und meist nur in weniger wichtigen Begegnungen für die Profis auf dem Rasen (16 Einsätze, ein Tor, eine Vorlage)

So wurde er in der Saison 2013/14 an den FC Sevilla nach Spanien ausgeliehen, wo er wieder öfter spielte (30 Einsätze, zwei Tore, sieben Vorlagen) und die Europa League gewann.

Dann jedoch stoppte ihn eine schwere Blessur, durch die er bei seiner nächsten Leihstation, dem AC Florenz in Italien, nur viermal spielte (zwei Tore).

Deshalb wurde er im Winter nach Belgien an den RSC Anderlecht weiterverliehen. Aber auch dort kam er nur auf acht Einsätze, weil er sich einen Muskelfaserriss zuzog. Obwohl es auch in der nächsten Saison immer mal wieder zwickte, kam er bei Trabzonspor in der Türkei auf 29 Partien (zwei Tore, fünf Vorlagen).

Nun ging es langsam wieder bergauf. Im Sommer 2016 verpflichtete ihn Olympiakos Piräus für drei Millionen Euro. Beim griechischen Spitzenverein kam er in zwei Jahren 59 Mal zum Einsatz (zwölf Tore, zehn Vorlagen) und feierte 2017 die Meisterschaft. Ende August 2018 zog es ihn dann nach Belgrad ...

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