Söder nach von-der-Leyen-Wahlsieg: "Total blamabel für die deutsche SPD"

München/Straßeburg - CSU-Chef Markus Söder hat Ursula von der Leyens Wahl zur neuen EU-Kommissionspräsidentin als Erfolg für ganz Deutschland bezeichnet. Das Verhalten der SPD kritisierte er immer noch scharf.

Markus Söder kritisierte die SPD erneut dafür, dass sie sich gegen Ursula von der LEyen stellte.
Markus Söder kritisierte die SPD erneut dafür, dass sie sich gegen Ursula von der LEyen stellte.  © DPA

"Gratulation an Ursula von der Leyen. Sie hat es auf den letzten Metern selbst herausgerissen mit einer sehr überzeugenden europäischen Rede", sagte der bayerische Ministerpräsident am Dienstag in München. Die Wahl sei sehr gut für Europa, "es ist ein toller Erfolg für Deutschland, was aber bleibt: es ist total blamabel für die deutsche SPD".

Trotz des Erfolges bleibe aber ein gewisser Beigeschmack, da die Mehrheit der deutschen Abgeordneten im Europaparlament gegen die deutsche Kandidatin gestimmt habe.

"Wir müssen aus dem deutschen Denken heraus, aus diesen deutschen Baukästen heraus; wenn jemand von uns kandidiert, und zwar auch wirklich jemand, der Erfahrung hat, der die EU mitführen kann, dann sollte man sich auch hinter die eigenen Leute stellen. So haben andere es herausgerissen", sagte Söder.

Insbesondere die SPD kritisierte Söder erneut scharf für ihren Umgang mit von der Leyen auch schon vor der Wahl. Das Verhalten sei "peinlich, peinlich, peinlich". "Das hat die Regierungsfähigkeit der SPD nicht erhöht."

Markus Söder traut Ursula von der Leyen viel zu

Ursula von der Leyen lacht bei einer Pressekonferenz nach der Bekanntgabe derWahlergebnisse im Plenarsaal.
Ursula von der Leyen lacht bei einer Pressekonferenz nach der Bekanntgabe derWahlergebnisse im Plenarsaal.  © DPA

Der CDU-Politikerin von der Leyen traut Söder nach eigenen Worten zu, Europa in schwierigen Zeiten gestalten und bewegen zu können. Dies habe sie in ihrer Rede schon angedeutet: "Ich fand es eine christlich-soziale Rede mit Bewahrung der Schöpfung, sozialem Zusammenhalt, aber auch einer klaren Position zur Migration."

Von der Leyen hatte bei der Abstimmung 383 Stimmen und damit die nötige absolute Mehrheit der 747 Europaabgeordneten erhalten. Sie kann damit am 1. November die Nachfolge des Luxemburgers Jean-Claude Juncker antreten.

Für Söder ist das Ergebnis nicht entscheidend: "Ob man ein Finale 1:0 gewinnt oder 3:0, gewonnen ist gewonnen."

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