Schock für Wirtschaftsminister Martin Dulig: Familie erhält Paket mit Sturmgewehr!

Dresden - Schock für den sächsischen Wirtschaftsminister und SPD-Landesvorsitzenden Martin Dulig (45)! Er und seine Familie bekamen ein mysteriöses Paket an ihre Privatadresse geschickt.

Martin Dulig (45, SPD).
Martin Dulig (45, SPD).  © DPA

Wie sächsische Sicherheitskreise dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" bestätigten, war es die Frau des 45-Jährigen, die Zuhause die Sendung öffnete. Inhalt: Offenbar ein Sturmgewehr!

Tatsächlich handelte es sich aber um eine täuschend echte Nachbildung der Waffe und war in Wirklichkeit ein frei verfügbarer Soft-Air-Nachbau des Sturmgewehrs 36 der Firma Heckler & Koch. Eine Waffe, mit der auch die Bundeswehr ausgerüstet ist.

Dulig bestätigte den Vorfall, der sich bereits Mitte Mai ereignet hatte: "Geöffnet hat das Paket meine Frau Susann. Im Beisein meines 83-jährigen Vaters", so der sächsische Wirtschaftsminister. "Auf den ersten Blick war für sie nicht erkennbar, dass es sich nicht um eine echte Waffe handelte."

Seine Frau habe ihn deshalb sofort kontaktiert und die Polizei alarmiert.

Ob das Paket eine gezielte Drohung gegen den SPD-Landesvorsitzenden sein soll, muss jetzt die Abteilung Staatsschutz im sächsischen Landeskriminalamt klären. Noch soll es keine konkrete Spur geben.

Dulig habe seit 2015 schon häufiger mit Drohungen und Beschimpfungen zu kämpfen gehabt, doch diesmal sei es etwas anderes: "Aber das geht jetzt gegen meine Familie", so der 45-Jährige. "Das ist mein wundester Punkt."

Waffe wurde in Bayern bestellt

Ein Soldat der Bundeswehr hält ein Gewehr G36 der Firma Heckler & Koch modifiziert mit einem Abschussgerät für Granaten in der Hand.
Ein Soldat der Bundeswehr hält ein Gewehr G36 der Firma Heckler & Koch modifiziert mit einem Abschussgerät für Granaten in der Hand.  © Sebastian Gollnow/dpa

Wie die LVZ berichtet, wurde die Waffe bei einem Online-Händler aus Bayern bestellt, der Outdoor- und Freizeitbedarf anbietet.

Beim Bestellvorgang ist es möglich, den jeweiligen Artikel an eine beliebige Adresse zu schicken.

Noch gibt es Probleme herauszufinden, von welchem Computer die Waffe bestellt worden ist, da der Netzanbieter die benötigte IP-Adresse nicht herausgibt.

Update 12.50 Uhr

Auf dem CDU-Landesparteitag in Chemnitz äußerte sich jetzt Michael Kretschmer (44, CDU) zu Dulig: "Es ist eine Riesensauerei, dass Martin Dulig jetzt ein Spielzeuggewehr, eine Maschinenpistole nach Hause geschickt wurde, als Drohung. Dem treten wir entgegen, so etwas darf es nicht geben."

"Es ist etwas, dass jeden Sachsen persönlich etwas angeht: Es geht um Minderheiten, da sind es Politiker, dann sind es Juden, dann Muslime. Dann Christen. Was auch immer: Es endet immer tödlich. Wir haben gerade einen Fall in Kassel erlebt." Dem müsse entschieden entgegengetreten werden.

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