Masern-Ausbruch: 24 neue Fälle in Sachsen

Weltweit werden heute 77 Prozent aller Kinder wenigstens einmal gegen Masern geimpft.
Weltweit werden heute 77 Prozent aller Kinder wenigstens einmal gegen Masern geimpft.

Leipzig - Immer mehr Menschen in Leipzig erkranken an Masern: Schon 24 Fälle sind bekannt, davon überwiegend Kinder. Der schlimmste Ausbruch seit der Wende befeuert die Diskussion um eine Impfpflicht.

Eine Krankheit, die hochansteckend ist und vor allem Kinder betrifft. Im schlimmsten Fall kommt es zu Lungen- oder Hirnhautentzündung, sogar Todesfälle sind bekannt.

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind 2012 122.000 Menschen an der vermeintlich harmlosen Kinderkrankheit gestorben.

Eine Impfung kann über Leben und Tod entscheiden: Ohne diese Möglichkeit hätte es nach Schätzungen der WHO weltweit 13,8 Millionen Todesfälle im Zeitraum von 2000 bis 2012 gegeben.

In Leipzig sind 21 Kinder an Masern erkrankt.
In Leipzig sind 21 Kinder an Masern erkrankt.

Das Gesundheitsamt Leipzig schlägt Alarm

Dass Masern auch in Leipzig zur echten Bedrohung werden können, weiß das Gesundheitsamt. Mittlerweile haben sich 18 Kinder in Leipzig und drei weitere aus dem Landkreis angesteckt - sie waren nicht geimpft. Betroffen seien sechs Kitas und drei Tagesmuttergruppen.

Die Kinder, die sich hier angesteckt haben, dürfen nicht mehr in die Kitas, müssen mindestens 16 Tage Zuhause bleiben.

Das Gesundheitsamt rät allen Eltern, Kinder impfen zu lassen. Einen anderen Schutz vor der gefährlichen Krankheit gibt es nicht.

Keine Impfpflicht in Deutschland

Bis 1976 gab es die "Pockenimpfpflicht". Deswegen sind die Pocken inzwischen weltweit ausgerottet. In Deutschland gibt es heute aus mehreren Gründen noch immer keine Impfpflicht, selbst bei Infektionskrankheiten mit zum Teil schwerwiegenden Verläufen.

Grund: Das Selbstbestimmungsrecht hat Vorrang. Eine Impfung ist immer eine persönliche Abwägung von Nutzen und Risiken.

Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (CDU) empfiehlt allen Eltern, den Impfschutz ihrer Kinder zu überprüfen. "Ausreichender Impfschutz ist unerlässlich. Masern sind keine zu verharmlosende Kinderkrankheit, sondern können mit schwerwiegenden Komplikationen oder sogar Sterbefällen einhergehen", sagte die Ministerin.

Fotos: dpa


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