Mutmaßlicher Terror-Helfer: Wurde ihm die Suche nach einer Frau zum Verhängnis?

Sascha L. wurde im März festgenommen.
Sascha L. wurde im März festgenommen.

Bünde/Braunschweig - Vor rund fünf Monaten griff das SEK in drei deutschen Städten zu. Ihr Ziel: Die Wohnungen von drei Komplizen des Northeimer Salafisten Sascha L. (26), der Anschläge auf Polizisten vorbereitet haben soll (TAG24 berichtete).

Den Spezialkräften gelang es, den 27-jährigen Türken Alpazlan Ü. aus Köln und den Afghanen Masie S. (27) aus Bünde festzunehmen. In allen Wohnungen wurde reichlich Beweismaterial gesichert.

Vor der Staatsschutzkammer des Landgerichts Braunschweig beginnt am Mittwoch der Prozess gegen die mutmaßlichen Terroristen wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat und des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz.

Masie S. soll die antisemitische und islamistische Überzeugung des Hauptangeklagten Sascha L. geteilt haben. Beide sollen Unterstützer des "Islamischen Staates" (IS) sein. Außerdem wird ihnen Hass auf Polizisten vorgeworfen.

Der 27-jährige Bünder stammt ursprünglich aus Afghanistan und hat bis zu seiner Festnahme als Printmedientechniker in Lippstadt gearbeitet. Ehrenamtlich engagierte sich Masie S. laut der Neuen Westfälischen bei der Behindertenhilfe Herford.

Auch wenn das harmlos wirkt, wurde er bereits im Jahr 2011 wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung vom Landgericht Bielefeld zu einer Jugendstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt. Im aktuellen Fall droht ihm eine Freiheitsstrafe zwischen sechs Monaten und zehn Jahren.

Weil der Angeklagte Masie S. auf der Suche nach einer Frau im Internet war, soll der Kontakt zu Sascha L. entstanden sein. (Symbolbild)
Weil der Angeklagte Masie S. auf der Suche nach einer Frau im Internet war, soll der Kontakt zu Sascha L. entstanden sein. (Symbolbild)  © 123RF

Die Ermittler kamen dem Bünder auf die Spur, weil seine Nummer im Handy von Sascha L. gefunden wurde. An einer Tankstelle in Bünde erfolgte schließlich der Zugriff.

Bei der Durchsuchung seiner Wohnung wurden unter anderem ein Butterflymesser, ein Würgeholz und ein Flugblatt zur Koranverteilaktion "Lies!" gefunden.

Dass es jemals persönlichen Kontakt zu L. gab, bestritt S.. Die islamistische Überzeugung des Salafisten sei ihm aber bekannt gewesen. Den geplanten Anschlag auf die Polizisten beziehungsweise Bundeswehrsoldaten habe er aber nicht unterstützt.

Kontakt zu L. sei erst dadurch entstanden, dass er eine Frau über das Internet-Portal "Islamische Heiratsvermittlung" gesucht habe. "Die Suche nach muslimischen Frauen wurde ihm zum Verhängnis", so sein Anwalt Peter Wüller.

Die Staatsanwaltschaft sieht das anders. Auf dem Computer des Angeklagten hätte man regen Chat-Verkehr zwischen den beiden Männern gefunden.

Dort gab sich der 27-Jährige bereitwillig, L. zu folgen. Auf die Frage, wann und wohin er fahren solle, schrieb der Salafist: "Wann immer Du gebraucht wirst. Großer Lohn für kleine Sache und wir haben Spaß dabei, kleine Abenteuerreise."

Für den Prozess wurden insgesamt 14 Verhandlungstage angesetzt. Rund 30 Zeugen und Sachverständige sollen vernommen werden.

Titelfoto: 123RF


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