Brutales Massaker: Drogenbande tötet drei Frauen und sechs Kinder

Rancho La Mora - Sie waren auf dem Weg zu einer Hochzeit. Dabei wurden die Mütter mit ihren Kindern zwischen den nordmexikanischen Bundesstaaten Sonora und Chihuahua in ihren Geländewagen hinterrücks und ohne Skrupel hingerichtet. Wohl von Mitgliedern des Drogenkartells "LaLinea", die in den SUV's verfeindete Banden wähnten.

Ein völlig ausgebrannter Waagen eines der Opfer.
Ein völlig ausgebrannter Waagen eines der Opfer.  © ---/Alex LeBaron/dpa

Völlig unvorhersehbar und bestialisch wurden die insgesamt 17 Mitglieder der Mormonen-Großfamilie LeBaron zum Teil tödlich verletzt. Die Tat muss sich wohl nur innerhalb weniger Minuten abgespielt haben. Ein grausames Blutvergießen, welchem wohl ein tragischer Irrtum vorausgegangen ist.

Wie aus dem nichts eröffneten die Täter das Feuer, steckten einen der Geländewagen sogar in Brand.

Die traurige Bilanz bislang: drei Frauen im Alter zwischen 30 und 43 sowie sechs Kinder bezahlten den Kugelhagel mit ihrem Leben.

Bei den Kindern handelte es sich um die Kinder der drei Frauen. Die beiden jüngsten Opfer waren gerade einmal 8 Monate alt. Acht weiteren Kindern gelang letztlich zum Teil schwer verletzt die Flucht.

Sie haben neben den schweren psychischen Schlägen auch mit schwersten Schussverletzungen zu kämpfen. So wurde einem Achtjährigen ins Bein und ins Gesicht geschossen, sein Zustand ist wohl derzeit noch kritisch. Ein neun Monate alter Säugling überlebte sogar mit einer Schusswunde in der Brust.

Besonders tragisch: Eine Familie starb wohl eingeschlossen in ihrem brennenden Fahrzeug.

Um ihre Kinder zu schützen: Mutter steigt aus ihrem Wagen und stellt sich den Tätern

Ein völlig vom Kugelhagel gezeichnete SUV.
Ein völlig vom Kugelhagel gezeichnete SUV.  © Javier Lira/NOTIMEX/dpa

Zwei Mütter wurden bei diesem unfassbar martialischen Massaker zu tragischen Heldinnen. Die 31-jährige Christina Langford Johnson stieg wohl aus ihrem Wagen, um das Leben ihrer Kinder zu schützen und sich der Bande zu zeigen. Vielleicht um ihnen klarzumachen, dass von ihnen keine Gefahr auszugehen hat. Sie wurde vom Kugelhagel förmlich durchbohrt.

Ihr 7 Monate altes Baby überlebt aber wohl aufgrund ihrer Heldentat. Sie legte es zuvor in den Fußraum ihres Autos. Und auch Dawna Langford (43) bezahlte ihres für das Leben ihres Babys. Unter ihrem Körper begrub sie ihren gerade einmal drei Monate alten Säugling. Das Kind überlebte, die Mutter nicht.

Ihr Sohn Davis (13) entkam den Killern, übernahm für die restlichen geflohenen Kinder sogar Verantwortung und versuchte, sie so gut es geht in Sicherheit zu bringen und zu verstecken. Ein weiteres Mädchen war kilometerweit entfernt vom Tatort erst einen Tag später gefunden worden.

Wohl über 200 Schüsse sollen laut "USAtoday" innerhalb weniger Minuten gefallen sein.

Ein Verdächtiger festgenommen

Eine von Schüssen durchbohrte Frontscheibe. Die Einschusslöcher sind erschreckend groß.
Eine von Schüssen durchbohrte Frontscheibe. Die Einschusslöcher sind erschreckend groß.  © Christian Chavez/AP/dpa

Am Dienstagabend wurde ein Verdächtiger festgenommen. Auch wenn Mexikos Sicherheitsminister Alfonso Durazo der Annahme ist, dass es sich wohl um ein folgenschweres Versehen gehandelt habe, glauben indes Mitglieder der Mormonen-Familie LeBaron, dass es dennoch ein gezielter Anschlag gewesen ist.

Es wäre nicht der erste Angriff auf die Familie. Im 19. Jahrhundert war sie aufgrund von Verfolgung von den USA nach Mexiko geflohen, habe sich des Öfteren mit Kartell-Gegnern solidarisiert und versucht, die Drogengeschäfte gezielt zu bekämpfen. 2009 soll bereits ein Familienmitglied der LeBarons dies mit seinem Leben bezahlt haben.

Die "LaLinea" sind Teil des berüchtigten Juarez-Kartells. Der Verdächtige habe bereits zugegeben, Teil von "LaLinea" zu sein.

Bei ihm wurden neben zwei Geiseln, die nicht zur Mormonenfamilie gehörten und von den Behörden befreit werden konnten, auch massenweise Waffen und Munition sowie ein kugelsicheres Wagen sichergestellt werden.


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