Massen-Kindesmissbrauch auf Campingplatz: Sächsischer Spürhund wird fündig!

Lügde/Zeithain - Im Fall des massenhaften Kindermissbrauchs auf einem Campingplatz in Lügde (NRW) ist auch Sachsens Top-Spürnase Artus (9) im Einsatz: Der erste Spürhund Deutschlands, der Datenträger und Handys erschnüffeln kann, wurde bereits fündig!

Der Diensthundeführer Jörg Siebert steht mit seinem Belgischen Schäferhund Artus auf dem Campingplatz Eichwald in Lügde.
Der Diensthundeführer Jörg Siebert steht mit seinem Belgischen Schäferhund Artus auf dem Campingplatz Eichwald in Lügde.  © DPA

Seit 2013 ist Artus im Einsatz - stationiert in der JVA Zeithain geht er dort und in anderen sächsischen Gefängnissen auf die Suche nach versteckten Handys. Bis Ende 2018 entdeckte er bereits 121 Handys, so das Justizministerium.

Nun wurde er von den Behörden in NRW angefordert. Dort entdeckte er prompt bei der Tatortdurchsuchung einen in einer Sesselritze verborgenen USB-Stick - möglicherweise ein wichtiges Beweismittel. Artus soll die Suche nach weiteren Datenträgern unterstützen. Auch am heutigen Donnerstag war er im Einsatz.

Doch wie funktioniert das? Der Belgische Schäferhund ist darauf trainiert, Lithium und andere in Handys oder Datenträgern verbaute seltene Erden zu erschnüffeln, so sein Hundeführer Jörg Siebert, der immer an seiner Seite ist. Der Justizbeamte hat den Spürhund ausgebildet.

Jeder Sucheinsatz sei für den Hund Schwerstarbeit:

Dienstbeginn für den jungen Artus war 2013. Damals war er gerade drei Jahre alt. Im kommenden Jahr darf Artus in Rente gehen.
Dienstbeginn für den jungen Artus war 2013. Damals war er gerade drei Jahre alt. Im kommenden Jahr darf Artus in Rente gehen.

Durch schnelles und kräftiges Hecheln zieht seine Supernase die Gerüche ein. Bei der Anstrengung erhöht sich sogar die Körpertemperatur des Tieres leicht. Mehr als drei bis vier Sucheinsätze - über den Arbeitstag verteilt - könne er daher nicht leisten, so Siebert.

Nicht der erste Einsatz außerhalb Sachsens: Ende 2017 forderte ihn das Bundeskriminalamt an, um in Kiel in einem Verfahren wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen des IS zu helfen. "Er fand zwei Handys", so Jörg Herold, Sprecher des Dresdner Justizministeriums. Ende 2016 war er in einem Vermissten- bzw. Mordfall in Rostock im Einsatz - dort entdeckte er ein Handy, das in einem Zementsack versteckt war.

Doch bald ist Schluss für Artus: Voraussichtlich 2020 geht er in die wohlverdiente Rente. Er soll durch einen Nachfolger ersetzt werden. Diensthunde können in der Regel sechs bis sieben Jahre eingesetzt werden.

Der Vierbeiner ist auf Datenträger spezialisiert.
Der Vierbeiner ist auf Datenträger spezialisiert.  © DPA

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