Massenschlägerei zwischen 200 Asylbewerbern in Leipzig

Auf dem abgesperrten McDonalds-Parkplatz, der sich direkt neben der Unterkunft befindet, haben die Rettungskräfte einen temporären Behandlungsplatz eingerichtet.
Auf dem abgesperrten McDonalds-Parkplatz, der sich direkt neben der Unterkunft befindet, haben die Rettungskräfte einen temporären Behandlungsplatz eingerichtet.

Von Andrzej Rydzik

Leipzig - Wüste Massenschlägerei unter Flüchtlingen auf dem Leipziger Messegelände! Mehr als 100 Menschen gingen Donnerstagabend aufeinander los, verletzten sich teils schwer.

Die Polizei musste alle Kräfte vom parallel laufenden Zweitligaspiel zwischen RB Leipzig und dem SC Freiburg abziehen, um der Lage Herr zu werden.

Gegen 21 Uhr eskalierte die seit Tagen angespannte Lage in der Halle, wo derzeit 1800 Flüchtlinge auf engstem Raum und ohne jede Privatsphäre untergebracht sind. Polizeisprecherin Katharina Geyer: „Mit Fäusten, Tritten, Bettgestellen und Latten haben sich mehr als 100 Flüchtlinge traktiert. Dabei handelte es sich um Auseinandersetzungen zwischen Afghanen und Syrern.“

Hintergrund der Massenschlägerei: Religiöse Konflikte. Diese scheinen beim "Islamischen Opferfest" entstanden zu sein, das vom 24. bis 27. September gefeiert wird.

„Bei den Auseinandersetzungen wurden mehrere Leute verletzt. Auch eine Mitarbeiterin des DRK musste behandelt werden“, so die Polizeisprecherin.

Fünf Personen mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden, wurden teils stationär aufgenommen.
Fünf Personen mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden, wurden teils stationär aufgenommen.

Die Rettungskräfte waren mit vier Einsatzfahrzeugen vor Ort und mussten einen temporären Behandlungsplatz vor der Halle aufbauen. Auch eine Bauchverletzung, die vermutlich durch ein Messer verursacht wurde, mussten die Retter behandeln.

Fünf Leute kamen letztlich in Kliniken, mussten teils stationär aufgenommen werden.

Katharina Geyer: „Wir waren mit einer Vielzahl von Beamten vor Ort. So wurden alle Kräfte während des Fußballspiels zwischen RB Leipzig und dem SC Freiburg abgezogen.“

Nach der Massenschlägerei verbrachte eine Gruppe von Afghanen die Nacht im Freien. Sie wollen auch weiterhin nicht zurück in die Unterkunft.

„In der Kürze der Zeit war keine andere Unterbringungsmöglichkeit zu finden“, erklärt Geyer. Die Ermittlungen laufen derzeit noch. Bisher gibt es sechs Anzeigen wegen Landfriedensbruch.

Update 12:15 Uhr: Ausgang aller Streitigkeiten soll die Bedrohung eines 11-jährigen syrischen Mädchens durch einen 17-jährigen afghanischen Staatsangehörigen gewesen sein, der dabei ein Messer in der Hand gehalten habe.

Das Mädchen soll vor diesem Konflikt geflohen sein und ihren Onkel verständigt haben. Der wiederum habe sich aufgebracht dem 17-Jährigen genähert, um ihn zur Rede zu stellen.

Zwei Mitarbeiterinnen des DRK, die vor Angst vor der aufgebrachten Menge flüchteten, befinden sich derzeit jedoch in ärztlicher Behandlung. Eine der Frauen (27) stürzte bei der Flucht und brach sich dabei die Kniescheibe, die zweite Frau erlitt einen Schock – beide Mitarbeiterinnen sind derzeit dienstunfähig.

Neuen Erkenntnissen zufolge sollen es keine 100, sondern 200 beteiligte Personen aus Syrien und Afghanistan sein.

100 Asylbewerber sorgten für einen Großeinsatz der Rettungskräfte und Polizei.
100 Asylbewerber sorgten für einen Großeinsatz der Rettungskräfte und Polizei.

Fotos: TNN


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