Frauen angegriffen: Die Schock-Nacht von Köln

Im Hauptbahnhof Köln spielten sich schreckliche Szenen ab.
Im Hauptbahnhof Köln spielten sich schreckliche Szenen ab.

Köln - Als "Straftaten einer völlig neuen Dimension" hat Polizeipräsident Wolfgang Albers vielfache Übergriffe auf Frauen rund um den Kölner Hauptbahnhof in der Silvesternacht bezeichnet.

"Es ist ein unerträglicher Zustand, dass mitten in der Stadt solche Straftaten begangen werden", sagte er am Montag.

Am Silvesterabend versammelten sich auf dem Bahnhofsvorplatz nach den Worten des Polizeipräsidenten etwa 1000 Männer, die "dem Aussehen nach aus dem arabischen oder nordafrikanischen Raum" stammen.

Dies hätten alle Zeugen übereinstimmend ausgesagt. Ähnlich hatten sich die Polizei und die Gewerkschaft der Polizei (GdP) zuvor in Pressemitteilungen geäußert.

Nach Informationen des Kölner Express handelt es sich vor allem um Nordafrikaner, die seit Monaten Bars, Clubs und den Bereich um den Hauptbahnhof tyrannisieren. Sie stehlen, verkaufen Drogen, rauben.

Vor dem Bahnhof hatten sich hunderte Menschen mit Pyrotechnik beworfen.
Vor dem Bahnhof hatten sich hunderte Menschen mit Pyrotechnik beworfen.

In der Silvesternacht hätten sich aus der Menge Gruppen von mehreren Männern gebildet, die Frauen gezielt umzingelt, bedrängt und ausgeraubt hätten. Albers sprach von Sexualdelikten in sehr massiver Form und einer Vergewaltigung.

Opfer berichteten im Kölner Express, dass ihnen an die Brüste gegriffen wurde, andere Frauen sollen die Strumpfhosen und Slips regelrecht vom Leib gerissen worden sein.

Der Polizei lagen bis Montag 60 Anzeigen vor, darunter auch Diebstähle von Taschen, Handys und Geldbörsen. Die Ermittler gehen von weiteren Opfern aus, die sich bisher noch nicht gemeldet haben.

Die Polizei hatte die Ansammlung auf dem Bahnhofsplatz nach eigener Darstellung beobachtet und den Platz schließlich vorrübergehend räumen lassen, weil Böller in die Menge geworfen wurden - der vielfache Missbrauch sei den Beamten zunächst aber nicht aufgefallen.

Die Kölner Polizei hat nach den Vorfällen eine Ermittlungsgruppe eingerichtet. Am Sonntag nahmen Polizisten in der Nähe des Kölner Hauptbahnhofs fünf Männer fest, die Frauen bedrängt und Reisende bestohlen haben sollen. Ob sie auch etwas mit den Taten in der Silvesternacht zu tun haben, ist nach Angaben der Ermittler noch unklar.

Die GdP reagierte entsetzt auf die Vorfälle. "Das ist eine völlig neue Dimension der Gewalt. So etwas kennen wir bisher nicht", sagte der NRW-Landesvorsitzende der GdP, Arnold Plickert, der Deutschen Presse-Agentur am Montag.

Die stark alkoholisierten Täter seien "völlig enthemmt und gewaltvoll" vorgegangen. "Ein Täter hat einer Zivilpolizistin in die Hose gefasst", berichtete Plickert. Bei den am Einsatz beteiligten Polizeibeamten herrsche eine "tiefe Betroffenheit".

Gegenüber dem Kölner Stadtanzeiger nannte Oberbürgermeisterin Henriette Reker die Vorfälle "ungeheuerlich". Es könne nicht sein, dass Besucher, die nach Köln kommen, Angst haben müssten, überfallen zu werden.

VIDEO VON DER CHAOS-SILVESTERNACHT IN KÖLN

Fotos: dpa


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