Brutale Martial-Arts-Kämpfe und Drogen sorgen für Tote!

Dresden - Hier wird ordentlich ausgeteilt! Der brutale Martial-Arts-Film "Master Z: The Ip Man Legacy" ist der neuste Ableger der beliebten Kampfsport-Reihe um "Ip Man" und schließt mit einer anderen Hauptfigur direkt an den dritten Teil an.

Tso Ngan Kwan (Michelle Yeoh) versucht, den aufkommenden, blutigen Streit zwischen den Triaden und Cheung Tin Chi zu vermeiden.
Tso Ngan Kwan (Michelle Yeoh) versucht, den aufkommenden, blutigen Streit zwischen den Triaden und Cheung Tin Chi zu vermeiden.  © PR/Mandarin Motion Pictures Limited

In diesem wurde Cheung Tin Chi (Max Zhang) in einem epischen Kampf von Bruce Lees Lehrmeister Ip Man (Donnie Yen) besiegt.

Seitdem hat der niedergeschlagene Tin Chi sein Wing Chun, eine Stilart der Kampfsportart Kung Fu, nicht mehr angewendet.

Stattdessen zieht er sich als Kämpfer zurück und lebt ein einfaches, demütiges Leben als Krämer mit seinem Sohn in Hongkong.

Allerdings nur, bis Nana (Chrissie Chau) und Julia (Liu Yan) vom bösen Cheung-Lok-Gangboss Tso Sai Kit (Kevin Cheng) und dessen Leuten vor den Augen von Tin Chi angegriffen werden und Kit auch noch Tin Chis Geschenk für seinen Sohn kaputtmacht.

Dann wehrt er sich notgedrungen - und verdrischt mit seinen herausragenden Martial-Arts-Fähigkeiten gleich Dutzende Gegner.

Julia dankt ihm für die Rettung und lädt ihn in die Bar Street ein, wo ihrem Bruder Chiu Kam Fu (Naason) ein Establishment gehört.

Tin Chi beginnt, dort zu wohnen und arbeiten. Er wird von Kits älterer und weiserer Schwester Tso Ngan Kwan (Michelle Yeoh) aufgesucht, die versucht, den Streit zwischen ihm und den Triaden beizulegen. Als es jedoch zu einem schrecklichen Todesfall kommt, ändert das alles...

Dürftige Geschichte

 Chiu Kam Fu (l., Naason) wird vom brutalen britischen Kartellboss Owen Davidson (Dave Bautista) verhört.
Chiu Kam Fu (l., Naason) wird vom brutalen britischen Kartellboss Owen Davidson (Dave Bautista) verhört.  © PR/24 Bilder

Diese durchaus interessante Geschichte ist enttäuschend umgesetzt worden, was auch daran liegt, dass "Master Z" die Tiefe der ersten beiden "Ip-Man"-Filme komplett abgeht.

Die Figuren sind allesamt austauschbar, schablonenhaft gestaltet und oberflächlich gehalten, weshalb die Zuschauer über sie keine emotionale Bindung zum Film aufbauen können.

Dazu stimmt die Mischung aus Szenen, die die Geschichte vorantreiben und Action-Sequenzen nicht. Hier fehlt dem Werk von Regisseur Yuen Woo-Ping erkennbar die Balance.

So sind Geschichte und Drehbuch von dürftiger Qualität, die Kämpfe wiederum (zu) ausgewalzt. Außerdem lösen sie nur selten die "Wow"-Effekte aus, die bei den ersten beiden "Ip-Man"-Filmen gang und gäbe waren und auch im dritten Teil beim überragenden Fight zwischen Yen und Mike Tysons Charakter aufkamen.

Zwar hat Stunt-Koordinator Ping, der als Begründer der typischen Action-Choreografien des Hongkong-Kinos gilt, hier einige gute und überzeugende Einfälle, restlos begeistern können die Kämpfe aber nicht, weil sich ihr Stil durch die mangelnde Ausgewogenheit wiederholt und mit der Zeit auch abnutzt.

Das ist umso bitterer, weil kein anderer Film der Reihe bisher ein namhafteres Ensemble vereinen konnte.

Auch bekannte Schauspieler können den Film nicht retten

Cheung Tin Chi (Max Zhang) legt sich gleich mit Dutzenden Gegnern an.
Cheung Tin Chi (Max Zhang) legt sich gleich mit Dutzenden Gegnern an.  © PR/Mandarin Motion Pictures Limited
So spielen neben Zhang ("The Grandmaster") auch Hollywood-Action-Star Bautista ("James Bond: Spectre", Drax der Zerstörer in "Guardians of the Galaxy"), die thailändische Kampfsportmaschine Tony Jaa ("Ong-Bag 1-3", "Fast & Furious 7") und die weltbekannte Chinesin Yeoh ("James Bond - Der Morgen stirbt nie", "Tiger and Dragon", "Die Geisha") mit und können ihren Protagonisten zumindest einen gewissen Grundcharme mit auf den Weg geben.

Der wird allerdings von einigen asiatischen Nebendarstellern mit ihrer aufgesetzten Spielweise wieder konterkariert.

Immerhin ist der Film trotz all dieser Schwächen unterhaltsam, lässt sich gut weggucken und fesselt zumindest ansatzweise.

Auch die herrlich gestalteten Locations, die detailreiche Ausstattung, die stimmigen Kostüme, die dynamische Kameraführung und die klangvolle Musikuntermalung sind positive Aspekte von "Master Z", der zwar eine schöne äußere Hülle hat, dessen innerer Kern aber schlichtweg nicht überzeugen kann, weshalb ihm Herz und Seele fehlen.

Deshalb ist "Master Z: The Ip Man Legacy" bedauerlicherweise der mit Abstand schwächste Ableger der beliebten "Ip-Man"-Reihe geworden. Die Geschichte ist äußerst dürftig, die Kampfszenen nehmen überhand und bieten wenig Abwechslung, weshalb man sich trotz der starken Aufnahmen und Stunts teilweise langweilt. Das Potenzial der Schauspieler wird nicht entfaltet, eine eigene Story, die sich von "Ip Man" abhebt, nicht erzählt. So fehlt dem Film die Eigenständigkeit weshalb er einen trotz handwerklich guter Arbeit enttäuscht zurücklässt.

Cheung Tin Chi (l., Max Zhang) muss sich mit dem hartgesottenen Owen Davidson (David Bautista) anlegen. (Bildmontage)
Cheung Tin Chi (l., Max Zhang) muss sich mit dem hartgesottenen Owen Davidson (David Bautista) anlegen. (Bildmontage)  © PR/24/Bilder/Mandarin Motion Pictures Limited

Titelfoto: PR/24/Bilder/Mandarin Motion Pictures Limited

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