Filmkritik: Schweighöfers neue Serie ist Zeitverschwendung!

In ganz Deutschland wird mit diesem Motiv auf großen Plakatwänden für die Serie geworben.
In ganz Deutschland wird mit diesem Motiv auf großen Plakatwänden für die Serie geworben.  © screenshot/amazon

TAG24-Redaktion - Wir haben es getan! Gleich am ersten Wochenende mussten wir die neue Amazon-Serie von Matthias Schweighöfer (36) schauen. Kein Zwang, wir wollten es! Und auch gleich komplett. Alle sechs Teile der ersten Staffel: 270 Minuten, Titel „You are wanted“.

Erstes Fazit: Es war ein Fehler. Sorry, Matthias, aber Du hast unsere Zeit verschwendet. Schlimmer noch, wir haben uns fremd geschämt. Und das, obwohl wir Dich eigentlich lieben. Deine Komödien, Deine Art, Deine Ideen...

Und nun DIESE Serie. Sie hätte ein Hit werden können. Zum einen ist es die erste deutsche Amazon-Produktion überhaupt. Sie startet in synchronisierten Fassungen weltweit. Aufmerksamkeit also garantiert.

Zum anderen wurde Erfolgsgarant Matthias Schweighöfer eingekauft: als Hauptdarsteller, Produzent und Regisseur. Auch Alexandra-Maria Lara (38), Karoline Herfurth (32), Katrin Bauernfeind (34) und sogar Topmodel Toni Garrn (24) durften ran.

Das Kernteam: Schweighöfer, Herfurth, Lara und Filmkind Franz Hagn.
Das Kernteam: Schweighöfer, Herfurth, Lara und Filmkind Franz Hagn.

Kurz zur Handlung: Der Berliner Hotelmanager Lukas Franke (Schweighöfer) führt ein ganz normales Vorstadtleben, mit Ehefrau (Lara), sechsjährigem Sohn und einem Haus im Bungalowstil. Doch plötzlich werden all seine Geräte gehackt und er steht im Verdacht, ein Terrorist zu sein. Alles gerät aus den Fugen und Franke wird gejagt. Botschaft: Pass auf, was Du im Netz mit Deinen Daten machst, jeder kann sie klauen...

Mal abgesehen davon, dass alle Darsteller komplett agieren wie die Anfänger (hölzern, leer, ohne Charakter), dass der Vorspann viel zu lang ist, dass die Dialoge vor Floskeln nur so strotzen, man gelangweilt oft zum Handy greift,... haben wir beim Inhalt einiges nicht verstanden. Wer bedroht da wen? Wer spielt welches Spiel? Wer ist denn nun der Böse im Hintergrund?

Bei „Homeland“, „I Robot“ oder auch „Breaking Bad“ haben wir uns all diese Fragen auch gestellt. Irgendwann erschloss sich dann der vermeintliche Unsinn. Bei Schweighöfer bleibt der Unsinn auch am Ende Unsinn. Irgendeine Verschwörung, die kein Mensch kapiert oder die am Ende so durchsichtig ist, dass man beleidigt abwinkt. Echt ärgerlich.

Das gesamte Team: Dritte von links ist Topmodel Toni Garrn.
Das gesamte Team: Dritte von links ist Topmodel Toni Garrn.

Schon allein Karoline Herfurth mit der Rolle einer Rockerbraut im Stile einer Catwoman zu besetzen, war ein kompletter Fehlgriff. Wenn diese sonst so großartige Schauspielerin auf ihrem Motorrad angebraust kommt und in einsilbigen Dialogen versucht, hart und unergründlich zu wirken, spätestens dann ist es einfach nur noch lächerlich. Man dreht sich vom Bildschirm weg und schämt sich…

Was ist da in der Planung schief gegangen?

Hat sich Schweighöfer zu sehr darauf verlassen, dass seine Komödien genau so funktionieren wie eine Thriller-Serie? Tun sie nicht!

Natürlich werden trotzdem Tausende die Serie schauen. Man will ja mitreden. Doch wir bleiben dabei: viel zu reden gibt’s da nicht. Reine Zeitverschwendung!

Der Trailer zur Amazon-Serie: