Maut auf dem Friedhof? Behörde macht Rückzieher und präsentiert neuen Vorschlag

Hamburg - Plötzlich rudert Hamburgs Umweltbehörde zurück und setzt in der Diskussion um ein Ende des Durchgangsverkehrs am Friedhof Ohlsdorf auf eine Schranken- statt auf eine Mautlösung.

Ein Grablicht brennt auf dem Friedhof Ohlsdorf.
Ein Grablicht brennt auf dem Friedhof Ohlsdorf.  © dpa/Axel Heimken

"Am praktikabelsten erscheint es uns, in der Mitte des Friedhofs eine Schranke einzurichten, die sich bei Bedarf für Gärtner, Bestatter oder Trauerzüge öffnen lässt", sagte Umweltstaatsrat Michael Pollmann (Grüne) am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Und der Aufsichtsratsvorsitzende der Friedhofsverwaltung fügte an: "Eine solche Lösung wäre technisch schnell umzusetzen, einfach zu handhaben und günstig und gebührenfrei zu betreiben - und ist damit unser Favorit gegenüber einem Bezahlsystem."

Der nun präsentierte Vorschlag steht im deutlichen Widerspruch zur kürzlich erfolgten Antwort des Hamburger Senats auf eine Kleine Anfrage der FDP-Abgeordneten Michael Kruse und Kurt Duwe.

Darin wollte sich die Behörde zwar nicht festlegen, verwarf aber alle Alternativen - inklusive einer anders gearteten Schrankenlösung, als der nun präsentierten - zur Maut (TAG24 berichtete).

Eintritt sollte mindestens 50 Cent kosten

Möglicherweise hat der öffentliche Druck nun zu einem Umdenken geführt.

Zunächst hatte die vom Grünen-Senator Jens Kerstan geführte Umweltbehörde Überlegungen zu einem Schrankensystem ins Spiel gebracht, durch das Friedhofsbesucher mit 50 Cent, andere Autofahrer mit einem höheren Betrag hätten zur Kasse gebeten werden können (TAG24 berichtete).

Eine derartige Mautlösung hatte der SPD-Koalitionspartner abgelehnt.

Anwohner und Besucher des nach eigenen Angaben größten Parkfriedhofs der Welt beklagen sich seit längerem über einen immer stärker werdenden Durchgangsverkehr. Obwohl eigentlich verboten, nutzten immer mehr Autofahrer die Straße durch den 389 Hektar großen Friedhof als Abkürzung.

"Der Friedhof soll ein Ort der Trauer, des Gedenkens und der Ruhe sein. Wir wollen und müssen daher den Durchgangsverkehr wirksam unterbinden", betonte Pollmann.

Titelfoto: dpa/Axel Heimken

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