Aus Verzweiflung: Flüchtlinge versuchen sich zu erhängen

Zwei Flüchtlinge wollten sich im Zentrum Athens erhängen.
Zwei Flüchtlinge wollten sich im Zentrum Athens erhängen.

Athen - Zwei Flüchtlinge haben am Donnerstag in Athen auf dem Victoria-Platz (Zentrum) versucht, sich umzubringen. Die beiden Männer wollten sich an einem Baum erhängen, weil sie in Griechenland festsitzen.

Es sind schreckliche Bilder: Passanten und Flüchtlinge stützen einen Mann, der mit einer Schlinge um den Hals bewusstlos an einem Baum hängt. Der Pakistaner und ein zweiter Flüchtling wurden ins Krankenhaus gebracht (Video), wie "Daily Mail" berichtet. Über den Gesundheitszustand der beiden gibt es noch keine Informationen.

Hunderte Menschen müssen nahe des Zentrums der Hauptstadt täglich mehrere Stunden für Essen anstehen, haben keine Perspektive mehr. Etwa 500 Menschen schlafen derzeit am Victoria-Platz unter freiem Himmel, alle Flüchtlinge werden provisorisch in Stadien untergebracht. Die UN kündigte am Donnerstag an, Hotels für neun Monate anzumieten, um die Situation der Flüchtlinge vor Ort zu verbessern.

Die Lage in Griechenland spitzt sich weiter zu. Tausende Migranten strömen seit Tagen gen Norden, in der Hoffnung, weiter nach Mitteleuropa reisen zu dürfen. Der nördliche Nachbar Griechenlands, Mazedonien, erlaubt aber nur Migranten aus Syrien und dem Irak die Einreise. Damit hat sich in Griechenland ein Rückstau gebildet. Griechische Medien schätzten, dass am Donnerstag mehr als 20.000 Migranten nach Wegen suchten, die Grenze zu Mazedonien zu erreichen.

Andere Flüchtlinge retteten die beiden Männer, alarmierten den Rettungsdienst.
Andere Flüchtlinge retteten die beiden Männer, alarmierten den Rettungsdienst.

In den Häfen von Piräus und Kavala waren am Donnerstag mehr als 3500 neue Migranten von den Ägäis-Inseln angekommen. Sie hatten in den vergangen Tagen aus der Türkei zu den nahegelegenen griechischen Inseln übergesetzt.

Griechenland macht Tempo in Sachen Aufnahmelager für Migranten: Wie der griechische Verteidigungsminister Panos Kammenos am Donnerstag mitteilte, sollen insgesamt 20.000 Migranten in fünf neuen Auffanglagern in Nordgriechenland untergebracht werden.

Vier Lager sollen in der Region Kilkis wenige Kilometer südlich der Grenze Griechenlands zu Mazedonien entstehen, sagte Kammmenos Reportern in Athen. Ein fünftes Lager soll westlich der Hafenstadt Thessaloniki bei Giannitsa eingerichtet werden. Zwei Lager für jeweils 4000 Migranten sind bereits nahe Athen und Thessaloniki in Betrieb.

Ca. 20.000 Flüchtlinge sind derzeit in Griechenland gestrandet, nachdem Mazedonien die Einreise limitiert hat.
Ca. 20.000 Flüchtlinge sind derzeit in Griechenland gestrandet, nachdem Mazedonien die Einreise limitiert hat.

Fotos: Twitter.com/dromografosNews, dpa


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