Der PEGIDA-Faktor: MDR "beleuchtet" Dresden im Zwielicht

Annett Glatz, im thüringischen Nordhausen geboren, moderiert seit 2009 das MDR-Magazin: "Exakt - die Story".
Annett Glatz, im thüringischen Nordhausen geboren, moderiert seit 2009 das MDR-Magazin: "Exakt - die Story".

Leipzig - Dresdens Image hat sich seit PEGIDA gewandelt. Kulturelle und wirtschaftliche Stärken treffen laut MDR auf engstirnige Ansichten... 

Kommenden Mittwoch (31. August 2016) befasst sich der MDR bei "Exakt - die Story" mit den Auswirkungen von PEGIDA auf Dresden. Zu Wort kommen: neben dem Rektor der TU Dresden, Hans Müller-Steinhagen, gibt es Ansichten eines Projektleiters bei "Gloubalfoundries". Auch ein Dresdner Gastronom steht vor der Kamera.

"Sie wissen nicht, was sie anrichten", sagt Richard Fordham, ein weißer Südafrikaner, der in Dresden ein Steakhaus betreibt. "Jeden Montag Ausnahmezustand, dann ist das Stadtzentrum tot". 

Ein Minus von 100.000 Euro hat ihm PEGIDA im letzten Jahr eingebracht, weil die Gäste ausblieben. Zwei Angestellte musste er entlassen. 

Er wird ironisch, wenn es um Lutz Bachmann geht: "Warum hat der was gegen Flüchtlinge? Er war doch selbst einer." Wir erinnern uns: Bachmann floh nach Südafrika, nachdem der verurteilte Einbrecher eine Gefängnisstrafe antreten sollte.

Der Rektor der Technischen Universität, Hans Müller-Steinhagen, spürt, wie "Dresdens Ruf Schaden nimmt".
Der Rektor der Technischen Universität, Hans Müller-Steinhagen, spürt, wie "Dresdens Ruf Schaden nimmt".

Diese Fragen hört auch ein weiterer Protagonist der Sendung: "Was ist in Dresden los? Ist Dresden sicher für Ausländer?" 

Der Rektor der Technischen Universität, Hans Müller-Steinhagen, wirkt nachdenklich. 

25 Jahre lang führt der Weg der TU steil nach oben. "Er hat sie zur einzigen Exzellenz-Uni im Osten gemacht, muss nun aber spüren, wie ihr Ruf Schaden nimmt."

Wie es in der Mitteilung des MDR heißt, "spricht sich in der Welt schon herum, dass ausländische Studenten und Wissenschaftler seiner Universität fremdenfeindlichen Attacken ausgesetzt sind". 

Weil Steinhagen für Toleranz und Weltoffenheit eintritt, wird er bedroht.

Auch ein Iraner kommt zu Wort: Ardechir Pakfar. Als 9-Jähriger floh er mit seiner Familie nach Frankreich. Heute arbeitet er als Projektleiter beim HighTech-Unternehmen "Globalfoundries" in Dresden. 

Ihn interessiert PEGIDA, er mischt sich unter die Demonstranten und erkennt Parallelen zur Front National in Frankreich. Die Parole "Dresden bleibt deutsch!" missfällt ihm, denn in seinem Team arbeiten Experten aus verschiedenen Ländern. 

Genau diese Internationalität ist für ihn eine Bedingung für Spitzenleistungen und die "Voraussetzung dafür, dass Silicon Saxony der HighTech-Leuchtturm in Deutschland" bleibt.

In Dresden ist ein einzigartiges Wissenschafts-Netzwerk der Exzellenz-Universität entstanden mit renommierten Forschungs-Instituten. Hier hat eine HighTech-Industrie für 50.000 Arbeitsplätze gesorgt. 

Museen und Orchester und nicht zuletzt die Semperoper präsentieren "eine Kultur von Weltruhm". Außergewöhnliche Bedingungen für ein gutes Image. Doch der Ruf der Elbmetropole ist bereits beschädigt.

"Exakt" - nimmt den "Widerspruch zwischen großen Potenzialen und gespaltener Gesellschaft unter die Lupe".


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