Wegen Chemnitz: ARD ändert Abend-Programm

Chemnitz - Aus aktuellem Anlass ändert Das Erste sein Programm und strahlt eine aktuelle Reportage vom MDR aus.

"Die Story im Ersten: Chemnitz - Stadt in Aufruhr" kommt am Dienstag aus aktuellem Anlass ins Programm.
"Die Story im Ersten: Chemnitz - Stadt in Aufruhr" kommt am Dienstag aus aktuellem Anlass ins Programm.  © ARD

Am Dienstag (4. September) heißt es ab 22.45 Uhr: "Die Story im Ersten: Chemnitz - Stadt in Aufruhr". Dann läuft der Film von Thomas Datt, Tarek Khello und Albrecht Radon

Chemnitz ist in diesen Tagen eine verunsicherte Stadt - im wörtlichen Sinne. Nach dem gewaltsamen Tod eines 35-Jährigen kommt es zu gewalttätigen Ausschreitungen und Übergriffen auf Migranten.

Die Polizei kann die Sicherheit nur mühsam aufrechterhalten, die Politik wirkt lange Zeit ratlos. Das in den vergangenen Jahren mühsam aufgebaute positive Image der Stadt droht komplett verloren zu gehen.

Wie erleben die Menschen in Chemnitz ihre Stadt nach den schockierenden Ereignissen? Ein Autorenteam des Mitteldeutschen Rundfunks trifft aufgebrachte Bürger, engagierte Künstler, Vertreter der rechten Szene, verunsicherte Geflüchtete und Chemnitzer, die sich jetzt um ihre jahrelange Aufbauarbeit gebracht sehen. Reportagen aus der alten Arbeiterstadt am Rande des Erzgebirges, die jetzt plötzlich bundesweit im Fokus steht.

Weitere Programm-Änderungen gibt's >> hier.

Unaufgeregt nüchterne Reportage über aufgeregte Stimmung

"Unverzeihlich" nennt Erwin Feige das Verbrechen, das von "Rechten ausgenutzt werde".
"Unverzeihlich" nennt Erwin Feige das Verbrechen, das von "Rechten ausgenutzt werde".  © ARD/MDR

In dieser Doku kommen alle Seiten zu Wort: Menschen, die Daniel H. kannten, Chemnitzer Rentner, die zum Teil ihre Sorgen äußern, rechte Ordner und Organisatoren der Demos, ein syrischer Drogendealer, Jugendliche beim #wirsindmehr-Konzert, Künstler aus Chemnitz... kurz: die Bürger der Stadt, die derzeit in aller Munde ist.

In dieser ARD-Doku teilt auch ein 83-jahriger Nachbar seine Gedanken zum Fall Daniel H. Er spricht mit sympatisch-nüchterner Stimme über die aufgeheizte Situation. "Unverzeihlich" - so nennt Erwin Feige das Verbrechen, das nun von "Rechten ausgenutzt werde". "Daniel war ein weltoffener Mensch." Auch andere Garten-Nachbarn sprechen gut über das 35-jährige Opfer. "Er war ein liebevoller, aufmerksamer, hilfsbereiter, charmanter, lustig und – wie ich meine – lebensfroher Mann."

Feige lehnt es ab, dass die rechte Szene den tragischen Tod von Daniel H. für ihren Zweck instrumentalisiert. “Das hat der Daniel nicht verdient." Er wehrt sich aber auch dagegen, dass alle Chemnitzer als Rechte bezeichnet werden.

Die Doku lässt viele Menschen zu Wort kommen, zeigt unterschiedliche Meinungen offen und wertungsfrei - und genau dadurch lohnt es sich, diese "nüchterne" Reportage in der ARD-Mediathek >> hier noch einmal zu sehen.

Titelfoto: ARD


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