MDR entschuldigt sich für Skandal-Auftritt von Linken-Politikerin Riekewald

Die Protagonistin "Anja Riekewald" entpuppte sich als Bundestagskandidatin Franziska Riekewald (36).
Die Protagonistin "Anja Riekewald" entpuppte sich als Bundestagskandidatin Franziska Riekewald (36).  © Ralf Seegers/DIE LINKE. Fraktion im Stadtrat zu Le

Leipzig - Eine Linken-Politikerin beschwert sich in einer Fernsehsendung über den problematischen Wohnungsmarkt in Leipzig. Die politische Funktion von Franziska Riekewald (36) wird jedoch mit keinem Wort erwähnt. Ein Skandal!

Ausgestrahlt wurde die Sendung am 22. August im MDR. Riekewald ließ sich für den Umschau-Beitrag "Was Mieten steigen lässt" interviewen. Ihrer vierköpfigen Familie sei die 90 Quadratmeter-Wohnung im Waldstraßenviertel zu klein geworden.

Eine Alternative zu finden gestalte sich aufgrund des angespannten Wohnungsmarktes in Leipzig als schwierig (TAG24 berichtete). Seit vier Jahren seien die Riekewalds auf der Suche nach etwas Größerem.

Was der MDR zu erwähnen vergaß: Die berufliche Funktion der Wohnungssuchenden! So wurde nicht nur Franziska Riekewalds Name falsch eingeblendet ("Anja Riekewald"), sondern auch vergessen zu erwähnen, dass sich die Interviewte derzeit mitten im Wahlkampf befindet! Denn die Leipziger Stadträtin kandidiert momentan für einen Sitz im Bundestag.

Der Bog "Scheidende Geister" deckte die Geschichte auf. Nach einem Mega-Shitstorm im Internet, nimmt der MDR Stellung zu den Vorwürfen, der Linken-Politikerin eine kostenlose Plattform für ihren Wahlkampf geboten zu haben.

"Der MDR hat den Beitrag und die Auswahl der Protagonistin detailliert ausgewertet. Im Ergebnis mussten wir feststellen, dass hier die journalistischen Standards nicht eingehalten wurden. Das bedauern wir sehr und bitten unsere Zuschauerinnen und Zuschauer um Entschuldigung", heißt es auf der Twitter-Seite des Senders. Und weiter: "Wir werden dafür Sorge tragen, dass sich solche Fehler nicht wiederholen."

Auch dass journalistische Standards nicht eingehalten wurden, gibt der MDR zu: "So wird in Wahlkampfzeiten bei der Auswahl der Protagonisten für Beiträge geprüft, ob es Interessenkonflikte geben könnte, die das Neutralitätsgebot verletzen. Die Autoren des Beitrages gingen davon aus, dass das politische Engagement von Frau Riekewald nicht relavant sei, da sie ausschließlich als Privatperson befragt wurde. Dies war eine Fehleinschätzung."

Der Sender verspricht eine Richtigstellung im Internet und in der Sendung.

Titelfoto: Ralf Seegers


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