Als Baumaterial verwendet: Arbeiter finden jüdische Grabsteine im Fußboden

Ivenack - Nachdem der jüdischen Friedhof in Stavenhagen Platz machen musste für ein Sportlerheim, galten die Grabsteine über Jahrzehnte als vermisst. Nun tauchten sie bei Bauarbeiten jedoch wieder auf, wie der Nordkurier berichtet.

14 Grabsteine wurde bei Bauarbeiten in Ivenack entdeckt. (Symbolbild)
14 Grabsteine wurde bei Bauarbeiten in Ivenack entdeckt. (Symbolbild)  © dpa (Symbolbild)

Die Grabsteine wurden scheinbar als Untergrund eines Teehauses in Ivenack verwendet. Bauarbeiter machten den Fund, als sie dabei waren den Fußboden herauszureißen.

So sollen die Grabsteine als Baumaterial für den Boden, als auch für den Kamin verwendet worden sein. Um herausfinden zu können, worum es es sich genau handelte, wurde ein Restaurator zu Rate gezogen.

Der konnte die hebräische Buchstaben erkennen, aber auch zwei Grabsteine mit deutschen Inschriften waren dabei. Darauf erkennbar: Joseph Jacob aus Stavenhagen. Schnell war klar, dass es sich bei dem Fund also um Steine vom ehemaligen jüdischen Friedhof handeln muss.

Klaus Salewski, Vorsitzender des Stavenhagener Synagogenvereins, glaubt, dass nach dem Bau des Sportlerheims die Stiene 1979 nach Ivenak gekommen sind. "Es ist schrecklich, dass so etwas passiert ist", so Salewski.

Der Fund ist nun eine kleine Sensation für ihn. Die Grabsteine sollen nun in die Synagoge nach Stavenhagen gebracht werden, um dort gereinigt zu werden. Anschließend will man die Inschrift entziffern.

Titelfoto: dpa (Symbolbild)


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0