AfD-Skandal: Chatprotokolle überführen rassistischen Politiker

Holger Arppe verließ die AfD, um der Partei mit seinen Eskapaden nicht weiter zu schaden.
Holger Arppe verließ die AfD, um der Partei mit seinen Eskapaden nicht weiter zu schaden.  © DPA

Rostock/ Schwerin - Mit fremdenfeindlichen Äußerungen hatte der AfD-Politiker Holger Arppe schon mehrfach für Aufsehen gesorgt. Nun sind Internet-Protokolle aufgetaucht, die seine Haltung zu Gewalt gegen politische Gegner offenbaren. Da geht es laut Medien darum, Gegner "an die Wand zu stellen".

Der AfD-Fraktionsvize im Schweriner Landtag, Holger Arppe, verlässt überraschend Fraktion und Partei.

Der aus Rostock stammende Politiker ziehe damit die persönlichen Konsequenzen aus dem Bekanntwerden von Internet-Chatprotokollen, nach denen Arppe 2015 zu Gewalt aufgerufen haben soll, sagte ein AfD-Fraktionssprecher am Donnerstag in Schwerin, wie die Junge Freiheit berichtete.

Sein Landtagsmandat will Arppe dem Vernehmen nach als fraktionsloser Abgeordneter behalten.

Alexander Gauland begrüßte den Parteiaustritt von Fraktionsvorsitzenden Holger Arppe.
Alexander Gauland begrüßte den Parteiaustritt von Fraktionsvorsitzenden Holger Arppe.  © DPA

Die Chatprotokolle waren nach Angaben des NDR dem Sender anonym zugespielt worden und liegen auch der Berliner Tageszeitung vor. Es soll sich um Kopien von Arppes privaten Facebook-Nachrichten aus den Jahren 2011 bis 2017 im Umfang von rund 12.000 Seiten handeln.

Daraus geht unter anderem hervor, dass Arppe offenbar auch mit dem Rostocker Rechtsanwalt und Kommunalpolitiker bekannt ist, gegen den die Bundesanwaltschaft wegen Terrorverdachts ermittelt.

Der NDR zitiert Arppe aus dem Chatprotokoll von 2015 mit den Worten: "Typ würde perfekt in unsere Reihen passen. Er hasst die Linken, hat einen gut gefüllten Waffenschrank in der Garage und lebt unter dem Motto: Wenn die Linken irgendwann völlig verrückt spielen, bin ich vorbereitet."

Auch kinderpornografische Sexualfantasien sollen in den Chatprotokollen aufgetaucht sein. Der Kinderschutzbund Mecklenburg-Vorpommern kündigte an, strafrechtliche Schritte gegen Arppe und mögliche weitere Beteiligte prüfen zu wollen.

Die brutalen, pädophilen Sexfantasien in den Chatprotokollen zeugten von einer "unbeschreiblichen widerwärtigen und menschenverachtenden Haltung", erklärte Geschäftsführer Carsten Spies. Er forderte, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um Arppe sein Landtagsmandat zu entziehen.

AfD-Vize Alexander Gauland begrüßte den Parteiaustritt Arppes. "Solche Leute wollen wir nicht bei uns haben", sagte der AfD-Spitzenkandidat für die Bundestagswahl am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. "Das hat nichts mit uns zu tun."

Titelfoto: DPA


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