Zweijähriger verhungert! Hat Jugendamts-Mitarbeiterin mit schuld?

Die 29-jährige angeklagte Jugendamts-Mitarbeiterin (li.) steht neben ihrem Verteidiger Thomas Mörsberger.
Die 29-jährige angeklagte Jugendamts-Mitarbeiterin (li.) steht neben ihrem Verteidiger Thomas Mörsberger.  © DPA

Medebach - Im Prozess um einen verhungerten Jungen im sauerländischen Medebach wird am Donnerstag das Urteil gegen die angeklagte Mitarbeiterin des Jugendamtes erwartet.

Der 29-Jährigen wird fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen.

Der zweijährige Anakin war vor drei Jahren aufgrund extremer Unterversorgung gestorben. Seine neun Monate alte Schwester konnte von Ärzten gerettet werden.

Im Prozess vor dem Amtsgericht Medebach geht es darum, ob sich die Jugendamts-Mitarbeiterin ausreichend um die Familie gekümmert hat (TAG24 berichtete).

Vor den Plädoyers und der Urteilsverkündung werden noch zwei Zeugen gehört, ein gesetzlicher Vertreter des Mädchens und ihre heutige Pflegemutter. Sie sollen über die Entwicklung des Mädchens berichten.

Die neunfache Mutter muss sich in einem weiteren Verfahren noch vor dem Landgericht Arnsberg verantworten.

Update, 15.30 Uhr: Im Prozess um den verhungerten Jungen im sauerländischen Medebach hat das Gericht eine Bewährungsstrafe gegen die Mitarbeiterin des zuständigen Jugendamtes verhängt. Das Amtsgericht verurteilte die 29-Jährige am Donnerstag wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung zu sechs Monaten auf Bewährung.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Bewährungsstrafe von neun Monaten und eine Geldstrafe beantragt. Die Verteidigung forderte dagegen Freispruch.

Der zwei Jahre alte Anakin war aufgrund extremer Unterversorgung gestorben. Seine neun Monate alte Schwester konnte gerettet werden. Die Mutter muss sich später am Landgericht Arnsberg verantworten.

Update, 12.15 Uhr: Die Staatsanwaltschaft hat eine Bewährungsstrafe für die angeklagte Mitarbeiterin des Jugendamtes gefordert. Der 29-Jährigen wird fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen. "Die Angeklagte hat ihre Pflichten sträflich vernachlässigt", sagte der Staatsanwalt am Donnerstag.

Die Verteidigung forderte Freispruch. Seine Mandantin habe eine Unterernährung nicht zwingend erkennen müssen. Die Kinder zu entkleiden, habe nicht ernsthaft in Erwägung gezogen werden können. Es habe auch keinen Kontrollauftrag im rechtlichen Sinne gegeben.

Das Amtsgericht Medebach will am Nachmittag das Urteil gegen die Jugendamts-Mitarbeiterin sprechen.

Titelfoto: DPA


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