Beweise zerstört! Erneute Panne bei Polizei nach Goldmünzen-Diebstahl?

Polizeibeamte führen einen der Verdächtigen mit Handschellen ab.
Polizeibeamte führen einen der Verdächtigen mit Handschellen ab.  © DPA

Berlin - Die Berliner Polizei kommt aus den schlechten Schlagzeilen nicht raus. Nach dem Diebstahl einer riesigen Goldmünze aus dem Bode-Museum (TAG24 berichtete) soll es Unbekannten laut eines Medienberichts gelungen sein, mögliche Spuren zu verwischen.

Dazu sollen sie sich Zugang zu einer Halle auf einem Polizeigelände verschafft und den Inhalt eines Feuerlöschers in eine beschlagnahmte Limousine gesprüht haben, berichteten die Zeitungen Bild und B.Z. am Dienstag. Das Auto war demnach am 5. Juli beschlagnahmt worden, weil es in einen Unfall verwickelt war. Es könne sich um einen Fluchtwagen der Münzdiebe handeln, hieß es.

Eine Polizeisprecherin bestätigte am Dienstag lediglich, dass es Unbekannten gelungen sei, auf das Gelände in der Belziger Straße im Stadtteil Schöneberg zu gelangen. Die Ermittlungen liefen.

"Big Maple Leaf" hat einen geschätzten Materialwert von 3,8 Millionen Euro.
"Big Maple Leaf" hat einen geschätzten Materialwert von 3,8 Millionen Euro.

Eine Woche nach diesem Vorfall hatte die Polizei bei einer Razzia im Zusammenhang mit dem Münzdiebstahl mehrere Männer festgenommen.

Von ursprünglich vier Verdächtigen sind inzwischen noch zwei in U-Haft. Die Staatsanwaltschaft hatte damals mitgeteilt, sie gehe von einer organisierten Bandenstruktur aus, die Ermittlungen richteten sich gegen einen arabischstämmigen Clan.

Die 100 Kilogramm schwere Münze mit einem reinen Goldwert von 3,7 Millionen Euro war Ende März gestohlen worden - von der Beute fehlt jede Spur.

Erst kürzlich war der Diebstahl zweier Autos, die die Polizei sichergestellt hatte, bekannt geworden. Die Einbrüche auf einem Sicherstellungsgelände in Berlin-Biesdorf ereigneten sich im Oktober, wie TAG24 berichtete.

Im September erntete die Polizei Spott für einen Einbruch im Polizeipräsidium Stadtteil Tempelhof. Unbekannte Täter hatten dort Vitrinen und Schaukästen im Polizeimuseum aufgebrochen und Antiquitäten gestohlen.

Update 16.12 Uhr:

Der Versuch unbekannter Täter, Spuren in einem von der Polizei sichergestellten Auto zu beseitigen, ist laut Berliner Staatsanwaltschaft gescheitert.

Die Untersuchung des Autos habe ergeben, dass aufgrund der Spuren - Goldanhaftungen - Verbindungen zum Goldmünzen-Diebstahl im Bode-Museum von März bestünden, sagte Behördensprecher Martin Steltner am Dienstag. Demnach war das Auto nach einem illegalen Rennen sichergestellt worden.

Steltner räumte aber ein, dass sich Unbekannte Zutritt zum Sicherstellungsgelände der Polizei verschafften und Feuerlöschschaum in dem Auto versprühten.


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