Betrüger-Bande dreht mit Medikamenten krumme Dinger

Hamburg - Die Hamburger Polizei hat eine mutmaßliche Bande hochgenommen, die mit Arzneimitteln ordentlich abgesahnt hat.
Mit verschiedenen Medikamenten haben die mutmaßlichen Betrüger über 7 Millionen Euro kassiert.
Mit verschiedenen Medikamenten haben die mutmaßlichen Betrüger über 7 Millionen Euro kassiert.  © 123RF

Wie die Polizei am Freitag mitteilte, wurden in dem Zusammenhang bereits am Mittwochmittag zehn Objekte in Hamburg, auf Sylt, in Mannheim, in Unterschleißheim bei München, in den Niederlanden und auf Gran Canaria (Spanien) durchsucht.

Die mutmaßliche Bande soll aus vier Deutschen bestehen. Die Mitglieder sollen seit Januar 2013 Medikamente unterschiedlichster Art mit dem vermeintlichen Zweck gekauft haben, diese in Afrika auf den Markt zu bringen.

Dadurch erhielten sie etwa 30 Prozent Rabatt auf den Einkaufspreis; in der EU gilt eine Preisbindung.

Doch statt die Medikamente nach Afrika zu verschiffen, sollen sie in Deutschland verkauft worden sein.

Insgesamt geht es um 52 Fälle mit einem Gesamtwert von über 22 Millionen Euro.

Wegen des niedrigeren Einkaufspreises machte die mutmaßliche Bande einen vermuteten Gewinn von über 7 Millionen Euro.

Doch so einfach kamen sie nicht ans Geld. Um den Betrug "perfekt" zu machen und einen Ausfuhrnachweis zu erhalten, gab es nämlich dennoch Frachtsendungen nach Afrika.

Die Polizei hat am Mittwoch zehn Objekte wegen des Betrugs durchsucht.
Die Polizei hat am Mittwoch zehn Objekte wegen des Betrugs durchsucht.  © dpa/Friso Gentsch

Im westafrikanischen Gambia kamen per Containerschiff willkürlich zusammengestellte Waren an, die definitiv keine Medikamente, aber als solche deklariert waren. Was genau dort ankam, hat die Polizei nicht verraten.

Währenddessen fanden die wirklichen Arzneimittel ihren Weg über die Niederlande und Großhändler in deutsche Apotheken.

Laut Angaben der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz ist mit den Medikamenten alles in Ordnung. Wer sie gekauft hat, muss also nicht befürchten, dass sie wirkungslos sind.

Die dreiste Vorgehensweise der Betrüger-Bande flog nun offensichtlich auf.

Bei den Verdächtigen handelt es sich um eine 44-Jährige aus Hamburg, zwei Männer von der Insel Sylt im Alter von 44 und 63 Jahren und den mutmaßlichen 81-jährigen Haupttäter auf Gran Canaria.

Die Razzien fanden neben den Wohnsitzen der Verdächtigen auch bei Pharma-Unternehmen in Bayern und Baden-Württemberg sowie bei zwei Speditionsfirmen in Hamburg und in den Niederlanden statt.

Die vier mutmaßlichen Betrüger blieben auf freiem Fuß, da keine Haftgründe vorliegen. Sie werden sich nach Auswertung der Beweise vermutlich in einem Gerichtsverfahren verantworten müssen.

Titelfoto: dpa, 123 RF

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