Medizinische Sensation! Erster toter Patient tiefgekühlt und wiederbelebt!

Maryland - Das ist wohl bahnbrechend! US-amerikanische Ärzte haben erstmals einen Menschen in einen Zustand des Scheintods versetzt, um an ihm überlebenswichtige Operationen durchzuführen - Stunden später wurde er wiederbelebt, ohne Folgeschäden davonzutragen. Was für eine Sensation!

Wie wirkt sich dieser Fall auf die Medizin der Zukunft aus?
Wie wirkt sich dieser Fall auf die Medizin der Zukunft aus?  © 123rf, Nikita Gonin

Er lag sprichwörtlich auf dem Eis. Für zwei Stunden wurde dem Patienten sein restliches Blut entnommen und durch eiskalte Salzlösung ausgetauscht. Der Grund: Die Mediziner mussten Zeit gewinnen.

Der Schwerverletzte hatte bereits eine Menge Blut verloren. Ohne die Methode des Scheintods hätte man für ihn wohl nichts mehr tun können. Doch wie genau funktioniert diese Scheintod-Methode?

Durch den Austausch des Blutes mit der Salzlösung wird die Körpertemperatur des Patienten auf zehn bis 15 Grad heruntergekühlt. Dies hat zur Folge, dass der Zerfallsprozess der Zellen ausgebremst wird. Bei normaler Körpertemperatur würden fünf Minuten ohne Sauerstoff genügen, um irreversible Schäden hervorzurufen.

Durch das Abkühlen des Körpers kann man diese fünf Minuten auf wohl maximal zwei Stunden strecken, sich in dieser Zeit um entsprechende operative Maßnahmen kümmern. Und genau das haben die Ärzte bei dieser Sensations-OP gemacht!

Wie Professor Samuel Tisherman von der University of Maryland in "New Scientist" dazu sagte, war es "ein bisschen surreal" für ihn. In dem Fachmagazin spricht er bei dieser Methode von "Notfallkonservierung und Wiederbelebung" des entsprechenden Patienten.

Doch wie genau kam es überhaupt dazu, einen Menschen tiefkühlen zu wollen, um ihn im Anschluss wieder zurückzuholen, nach Minuten und Stunden ohne Herzschlag oder Hirnaktivität?

Im Eiswasser verunglückte Norwegerin als Denkanstoß zur Forschung

Anna Bagenholm war drei Stunden klinisch tot und überlebte.
Anna Bagenholm war drei Stunden klinisch tot und überlebte.  © Screenshot/Twitter @PhysiologicalSociety

Vereinzelte Beobachtungen sollen dabei den entscheidenden Denkanstoß geliefert haben. So hat man im Jahr 1999 beispielsweise eine Norwegerin nach 80 Minuten im eiskalten Wasser geborgen. Die Frau ist wohl beim Skilaufen in das Wasser gestürzt und konnte sich selbst nicht befreien.

Als man Anna Bagenholm dann aus eben diesem zog, hatte sie weder Herzschlag noch Atmung. Ihre Hirnströme waren inaktiv, ihre Körpertemperatur soll auf eisigen 13,7 Grad Celsius heruntergefahren gewesen sein. Sie war de facto klinisch tot. Und doch kämpften die Ärzte um die Frau.

Ihr Blut wurde künstlich mit Sauerstoff angereichert und außerhalb ihres Körpers erwärmt und anschließend wieder zugeführt.

Einige Tage später erwachte sie letztlich wieder, hatte keinerlei Folgeschäden, obwohl sie fast 80 Minuten in dem Eiswasser verbrachte, ohne Herzschlag und Hirnströme.

Nachdem Tisherman seine Methode zunächst bei Schweinen testete und diese positiv reagierten, war es nach seiner Aussage jetzt soweit, "es auch auf Menschen zu übertragen". Mit dem bahnbrechenden Erfolg!

Kann man mit dieser Methode jeden x-beliebigen Menschen vor dem Tod bewahren?

Er habe nach eigener Aussage wohl bereits den ein oder anderen schwerverletzten Patienten so behandelt. Genaueres zu seiner Forschung wird jedoch erst Ende des kommenden Jahres veröffentlicht - auch, ob und wie viele trotz dieser Methode nicht überlebten.

Je nachdem wie die Forschungsergebnisse sich bis dahin entwickeln, könnte es demnach sein, dass diese Methode auch außerhalb der Universitätsklinik in Baltimore angewandt wird.

Die "Emergency preservation and resuscitation"-Methode rettet jedoch nur Menschen, die durch schwere Verletzungen wie beispielsweise Schuss- oder Stichverletzungen über die Hälfte ihres Blutes verloren haben. Zudem muss der Herzschlag des Patienten bereits ausgesetzt sein und die Überlebenswahrscheinlichkeit bei unter fünf Prozent liegen.

Patienten, die aus Altersgründen oder aufgrund von Erkrankungen sterben oder zu sterben drohen, können demnach nicht gerettet werden.

Professor Samuel Tisherman

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