Mega-Prozess gegen Drogen-Schmuggler: Auch ein Hells Angel steht vor Gericht!

Hamburg - Bei einer Drogenrazzia in Hamburg nahm die Polizei im Stadtteil Rothenburgsort einen Lastwagen mit einer großen Menge Rauschgift hoch und stellt fest: Mitglieder der Rockergruppe Hells Angels stecken hinter dem Kokaindeal (TAG24 berichtete).

Päckchen, in denen sich abgepacktes Kokain befindet, liegen beim Zoll Hamburg.
Päckchen, in denen sich abgepacktes Kokain befindet, liegen beim Zoll Hamburg.  © Axel Heimken/dpa

Ab Mittwoch (8.00 Uhr) wird den Männern nun wegen dem Schmuggel von 1100 Kilo Kokain der Prozess am Hamburger Landgericht gemacht.

Angeklagt sind acht Männer im Alter zwischen 25 und 50 Jahren. Das Rauschgift befand sich in einem Container, der per Schiff aus dem brasilianischen Hafen Santos kam, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.

In Hamburg wurde er am 8. November vergangenen Jahres auf einen Lastwagen verladen. Angeblich enthielt der Container nur Gelatine, die nach Süddeutschland gebracht werden sollte.

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Drei der Angeklagten, darunter nach Polizeiangaben ein führendes Mitglied der Hells Angels (39), sollen den Lastwagenfahrer an der A7 bei Garlstorf (Landkreis Harburg) überfallen haben.

Sie täuschten laut Staatsanwaltschaft eine Polizeikontrolle vor.

Ein Mitglied der Rockergruppe Hells Angels. Ein Hells-Angels-Rocker ist wegen Drogenschmuggel angeklagt.
Ein Mitglied der Rockergruppe Hells Angels. Ein Hells-Angels-Rocker ist wegen Drogenschmuggel angeklagt.  © Fredrik von Erichsen/dpa

Mit einem Blaulichtfahrzeug dirigierten sie den Transporter auf einen Parkplatz, zogen den Fahrer aus der Kabine und fesselten ihn mit Handschellen.

Zwei der Angeklagten fuhren den Lastwagen zu einem Lagerhaus in Hamburg-Rothenburgsort. Doch beim Abladen der Kokain-Päckchen wurden die beiden Männer und drei mutmaßliche Komplizen von Spezialkräften der Polizei überrascht und verhaftet.

Die Ermittler waren schon monatelang aktiv gewesen, hatten zunächst aber nur eine Drogenbande in Hamburg-Osdorf im Visier, die mit Marihuana handelte. Dabei kamen die Beamten dem ungleich größeren Kokain-Schmuggel auf die Spur.

Der Gerichtsprozess wird sich wohl bis Ende des Jahres hinziehen: Das Gericht hat Verhandlungstermine bis Mitte November angesetzt.

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