Bekommen wir weiße Weihnachten,liebe Wetterexperten?

Glaubt man den Meteorologen, wird Schnee in Dresden in diesem Winter selten bleiben.
Glaubt man den Meteorologen, wird Schnee in Dresden in diesem Winter selten bleiben.

Von Antje Meier

Sachsen - Milde Temperaturen und Sonnenschein: Das aktuelle Wetter fühlt sich ein bisschen an wie Frühling. Dabei war schon am 1. Dezember meteorologischer Winteranfang.

Das verwirrt nicht nur den menschlichen Biorhythmus, sondern auch so manches Tier.

Doch müssen wir den Winter etwa wieder einmal abhaken oder beehrt uns doch noch die weiße Pracht? Und gibt‘s endlich weiße Weihnachten?

Wir haben gleich bei drei Meteorologen nachgefragt: Wie wird das Winterwetter? Und sind unsere Städte gewappnet für einen Jahrtausendwinter, wie ihn Bauer Sepp Haslinger voraus sagt?

Dominik Jung (37, wetter.net).
Dominik Jung (37, wetter.net).

Diplom-Meteorologe Dominik Jung (37) von wetter.net warnt vor einem milden und nassen Sturmwinter. Dabei orientiert er sich am Klimatrend des US-Wetterdienstes NOAA.

„Für Deutschland, Europa und Sachsen sieht es eher nach einem milden und nassen Winter aus“, sagt Jung.

„Aber auch in einem unterm Strich zu warmen Winter, kann es kalte Phasen mit Eis und Schnee geben“, macht er Hoffnung.

Bis zum 3. Advent rechnet er aber mit milden Temperaturen und etwas Regen. „Ob sich dann kurz vor Weihnachten die Wetterlage noch umstellt, ist völlig offen!“

Der Januar und Februar werde dann vermutlich bis zu 3 Grad wärmer und nasser als normal.

Gerhard Lux (52, Deutscher Wetterdienst).
Gerhard Lux (52, Deutscher Wetterdienst).

Gerhard Lux (52) vom Deutschen Wetterdienst (DWD) möchte vorerst noch keine Prognose über den bevorstehenden Winter abgeben. „Das Wetter der nächsten Monate ist einfach noch nicht gemacht“, sagt der Diplom-Meteorologe.

Zum Thema weiße Weihnachten sagt er: „Genau genommen sind Weiße Weihnachten in Deutschland eher selten. Außer man wohnt im höheren Mittelgebirgsraum oder am Alpenrand.“ Das liege vor allem auch am Phänomen des „Weihnachtstauwetters“ - einer Erscheinung, die in unseren Breiten sehr häufig auftritt.

Heißt: „Oft ist es kurz vor dem Fest mit der weißen Pracht wieder vorbei - das berüchtigte ,Weihnachtstauwetter‘ stellt sich ein. Dabei strömt milde atlantische Luft von Westen heran, verbunden mit gelegentlichen Regenfällen - und weg ist der Schnee.“

Meteorologe Michael Klein (donnerwetter.de).
Meteorologe Michael Klein (donnerwetter.de).

Michael Klein (43), Diplom-Meteorologe von donnerwetter.de, geht von einem wechselhaften Winterverlauf aus.

Einen plötzlichen Wintereinbruch in den kommenden zwei Wochen sieht auch er nicht.

Aber: „Ab der Monatsmitte deuten sich mit Hochdruckeinfluss aktuell deutlich kühlere Temperaturen an.“

Ein Indiz für weiße Weihnachten?

„Es spricht einiges dafür, dass es vor Weihnachten noch einmal kälter wird.“ Ansonsten sieht der donnerwetter.de-Experte gute Chancen für den Februar, kälter zu werden.

Naturbeobachter hat die Königskerze „befragt“

Sepp Haslinger liest aus der Königskerze und prophezeit einen Jahrhundertwinter.
Sepp Haslinger liest aus der Königskerze und prophezeit einen Jahrhundertwinter.

Während die Meteorologen vorsichtig mit ihren Prognosen sind, prophezeit Bauer Sepp Haslinger einen Jahrhundertwinter.

Woher der Bayer seine Erkenntnis nimmt? Aus dem Blütenstand einer Königskerze. Dieser entspricht den Monaten Oktober bis März. Wo der Stengel geblüht hat, wird es angeblich schneien.

Seine Prophezeiung: „Wir werden einen Super-Winter bekommen, wie wir ihn schon lange nicht mehr gehabt haben.“ Doch noch müssen wir uns gedulden. Denn erst ab Januar soll der Winter so richtig loslegen, dann aber bis Ostern anhalten. Auch die Wetterkerze verheißt uns also trübe Aussichten für weiße Weihnachten.

Wer nicht an die Aussagekraft der Königskerze glaubt, dem sei noch folgende Bauernregel ans Herz gelegt: „Regnet es an Nikolaus, wird der Winter streng, ein Graus. Trockener St. Nikolaus, milder Winter rund ums Haus.“

Sonnenaufgang im verschneiten Oberwiesenthal. Dieses schöne Bild zeigte sich im Februar. Dass es bald wieder so aussieht, dafür stehen die Chancen derzeit sehr schlecht.
Sonnenaufgang im verschneiten Oberwiesenthal. Dieses schöne Bild zeigte sich im Februar. Dass es bald wieder so aussieht, dafür stehen die Chancen derzeit sehr schlecht.

Fotos: Bernd März (1), Screenshot/YouTube (1), PR (3), Lutz Hentschel (1)


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