Mehrstöckige Wohnhäuser im Zentrum von Marseille eingestürzt!

Marseille - Mindestens zwei Menschen sind beim Einsturz zweier baufälliger Wohnhäuser im Zentrum von Marseille leicht verletzt worden. Es werden Todesopfer befürchtet.

Rettungskräfte suchen in den Trümmern nach Opfern.
Rettungskräfte suchen in den Trümmern nach Opfern.  © Claude Paris/AP/dpa

Am Montag wurde vergeblich nach möglicherweise Verschütteten gesucht. Der Wohnungsminister Julien Denormandie sprach vor der Presse von einem "Wettlauf gegen die Zeit". Wie mehrere Medien berichteten, zerstörten Einsatzkräfte am Montagabend ein drittes Gebäude, das ebenfalls einzustürzen drohte. Ermittler prüfen, wie es zu dem Unglück kommen konnte.

Die beiden Häuser waren am Montagmorgen in der südfranzösischen Hafenstadt eingestürzt. Bei den beiden Verletzten handelte es sich um Passanten. Dutzende Anwohner anliegender Wohnungen wurden in Sicherheit gebracht.

Die eingestürzten Häuser standen in einer kleinen Einkaufsstraße im Zentrum der Stadt. Eines der Häuser stand nach Angaben der Behörden leer, weil es baufällig war. In dem anderen Gebäude, in dem ebenfalls Bauarbeiten anstanden, lebten Minister Denormandie zufolge rund zehn Menschen. "Das sind die Menschen, nach denen wir jetzt suchen", sagte der Minister weiter.

"Was zählt ist, dass wir so wenig Todesopfer wie möglich finden", sagte der Bürgermeister von Marseille, Jean-Claude Gaudin, mehreren Medien zufolge. Allerdings gehe er davon aus, dass man Tote finden werde. Die Suche nach möglichen Opfern soll die ganze Nacht über fortgesetzt werden.

Ein Feuerwehrmann nutzt einen Spürhund ein, um nach dem Einsturz zweier mehrstöckiger Gebäude in der Innenstadt von Marseille, nach Opfern zu suchen.
Ein Feuerwehrmann nutzt einen Spürhund ein, um nach dem Einsturz zweier mehrstöckiger Gebäude in der Innenstadt von Marseille, nach Opfern zu suchen.  © Claude Paris/AP/dpa

Der französische Präsident Emmanuel Macron sprach den Betroffenen am Montagabend sein "Mitgefühl und die Solidarität der Nation" aus.

"Marseille hat gelitten und leidet immer noch", sagte der Präsident in einer Rede in Pont-à-Mousson nach Angaben der französischen Nachrichtenagentur AFP.

Auf Fotos und Videos des Unglücksorts waren nur noch Schutt und Trümmer zu sehen. In der engen Gasse lagen Geröllberge. Dutzende Rettungskräfte suchten mit Hunden nach möglichen Opfern.

Auf Fotos auf Google Maps war zu sehen, dass die beiden Häuser große Risse an den Fassaden hatten. "Dieser dramatische Unfall könnte auf die heftigen Regenfälle zurückzuführen sein, die in den vergangenen Tagen auf Marseille gefallen sind", hieß es von der Stadt.

Augenzeugen berichteten, dass zum Zeitpunkt des Einsturzes Menschen in einem der Gebäude waren, hieß es bei AFP.

"Ich wohne nebenan. Als ich ferngesehen habe, habe ich ein lautes Geräusch gehört, aber keine Explosion. Dann war da eine Rauchwolke", sagte ein Nachbar AFP.

Der Eigentümer einer Wohnung in einem der eingestürzten Häuser erzählte demnach, dass in dieser Woche Arbeiten an dem rund 200 Jahre alten Haus geplant gewesen seien.

Titelfoto: Claude Paris/AP/dpa


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