"Meilenstein beim Kampf gegen Aids": HIV-Test bald frei verkäuflich?

Berlin - Bisher dürfen hauptsächlich Ärzte oder ambulante und stationäre Einrichtungen des Gesundheitswesen, HIV-Schnelltests an Patienten ausgeben. Doch wenn es nach Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (38, CDU) geht, sollen diese schon bald frei verkäuflich sein und jeden direkt erreichen, wie die Funke-Mediengruppe am Freitag unter Berufung des Ministerium berichtet.

Seit 2016 empfiehlt die WHO an den Einsatz von HIV-Selbsttest. (Bildmontage)
Seit 2016 empfiehlt die WHO an den Einsatz von HIV-Selbsttest. (Bildmontage)  © DPA (Bildmontage)

"Der HIV-Selbsttest ist ein Meilenstein beim Kampf gegen Aids. Er kann auch jene erreichen, die sich sonst nicht testen lassen würden", sagte Spahn.

In Deutschland leben nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts etwa 12.700 Menschen mit HIV, ohne es zu wissen. Insgesamt sind in der Bundesrepublik knapp 90.000 Menschen mit dem Erreger der Immunschwächekrankheit Aids infiziert.

In Österreich darf schon seit diesem Monat ein HIV-Selbsttest in Apotheken gekauft werden. Bei den Selbsttests kann eine Infektion etwa zwölf Wochen nach einer Ansteckung festgestellt werden.

Spahn sagte, je früher Betroffene die Diagnose HIV kennen würden, desto früher könnten sie gut behandelt werden. "Und andere haben bei Unsicherheit die Chance auf schnelle Gewissheit, nicht infiziert zu sein."

Am Freitag soll der Entwurf zur Änderung der Medizinprodukte-Abgabeverordnung an Länder und Verbände geschickt werden. Sollte die Verordnung auch im Bundesrat Zustimmung erhalten, sind die HIV-Selbsttests ab Herbst frei verkäuflich.

Titelfoto: DPA (Bildmontage)


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