Brutaler Banküberfall verändert in deutschem Drama "Mein Ende. Dein Anfang." alles!

Deutschland - Heftig! "Mein Ende. Dein Anfang." wartet mit einer harten Geschichte rund um Verlust und Trauer auf. Das deutsche Liebesdrama ist hierzulande ab dem 28. November in den Kinos zu sehen.

Aron Richter (l., Julius Feldmeier) und Nora Bach (Saskia Rosendahl) lernen sich auf dem U-Bahhof Olympiazentrum in München kennen. Es ist Liebe auf den ersten Blick.
Aron Richter (l., Julius Feldmeier) und Nora Bach (Saskia Rosendahl) lernen sich auf dem U-Bahhof Olympiazentrum in München kennen. Es ist Liebe auf den ersten Blick.  © PR/© Telepool

In ihm sind Aron Richter (Julius Feldmeier) und Nora Bach (Saskia Rosendahl) ein verliebtes Paar. Gemeinsam wollen sie in eine strahlende Zukunft gehen.

Doch eine Tragödie durchkreuzt diese Pläne. Die zwei landen mitten in einem Banküberfall. Die Räuber verlangen die Herausgabe aller Handys.

Nora behält ihres jedoch und ruft verdeckt die Polizei, was einer der Diebe aber bemerkt, sie wütend in die Mangel nimmt und attackiert.

Also greift Aron ein - und wird daraufhin erschossen! Er stirbt noch an Ort und Stelle in Noras Armen. Sie kann es nicht fassen und muss fortan ohne die Liebe ihres Lebens aus- und mit einem schweren Schock zurecht kommen.

Sie verliert ihren Lebensantrieb und wird zweimal von Natan (Edin Hasanovic) gerettet, der selbst große Probleme in seinem Leben hat. Er hat vor kurzem seinen Job verloren, weshalb auch seine Ehe eine Krise durchläuft.

Denn seine Tochter Ava (Anna Drexler) hat Leukämie und war vor seiner Entlassung wegen Diebstahls durch die Krankenversicherung seines Arbeitgebers noch abgedeckt. Nun aber nicht mehr. Natan hat also große persönliche Sorgen, weshalb er die Ablenkung mit Nora genießt. Sie geben einander Halt. Doch was will er wirklich von ihr?

Julius Feldmeier überzeugt in "Mein Ende. Dein Anfang." nicht

Was will Natan (Edin Hasanovic) wirklich von Nora?
Was will Natan (Edin Hasanovic) wirklich von Nora?  © PR/© Telepool

Diese Geschichte hat Regisseurin Mariko Minoguchi bei ihrem Langspielfilmdebüt durchwachsen umgesetzt.

Einerseits ist ihr ein bewegendes Drama gelungen, das emotional mitreißt. Andererseits gibt es wirklich schwache Szenen. Das hängt jeweils sowohl mit dem Drehbuch, Schnitt, den Dialogen und Schauspielern zusammen.

Gerade Feldmeier (TV-Serie "Das Boot") erweist sich als Schwachpunkt. Seine Dialoge bringt er auswendig gelernt, lahm, mitunter auch nuschelnd und dadurch wenig glaubwürdig herüber. Auch mimisch fehlt ihm die Ausdrucksstärke.

Das ist äußerst problematisch, weil er eine der drei Hauptrollen hat und im Zusammenspiel von ihm und Rosendahl ("Werk ohne Autor") immer wieder die Chemie und Authentizität fehlt, was auch die Leistung der deutlich talentierteren Hallenserin schmälert.

Immerhin performt sie davon abgesehen deutlich stärker, ob alleine oder in gemeinsamen Sequenzen mit Hasanovic (Netflix-Serie "Skylines"). Gerade die Szenen dieser beiden sind gut.

"Mein Ende. Dein Anfang" ist unausgewogen und geht in der Masse der Filme trotz Potenzial unter

Nora (Saskia Rosendahl) muss den schweren Verlust ihres Freundes Aron (Julius Feldmeier) verarbeiten.
Nora (Saskia Rosendahl) muss den schweren Verlust ihres Freundes Aron (Julius Feldmeier) verarbeiten.  © PR/© Telepool

Doch auch das rettet den Film nicht davor, bis auf kleinere Details komplett vorhersehbar zu sein. Das wiederum kostet Spannung. Das gilt auch für den Schnitt, der immer wieder zwischen verschiedenen Zeitebenen hin- und herspringt, was in dieser Häufigkeit ebenfalls nicht nötig gewesen wäre.

Außerdem trägt Minoguchi stellenweise viel zu dick auf. Dazu schafft sie es auch nicht, die Zuschauer mal auf die falsche Fährte zu locken oder zu überraschen, was nicht gerade für eine hohe Qualität von Skript und Story-Führung steht.

Dennoch ist das Potenzial (wie so oft bei deutschen Filmen) unverkennbar, was einen am Schluss noch unbefriedigter zurücklässt. So gibt es richtig starke Einzelszenen, die hintergründig, tiefschürfend und philosophisch sind.

Hier wird ersichtlich, dass mit mehr Feinschliff in jederlei Hinsicht deutlich mehr möglich gewesen wäre. Umgesetzt werden konnte das aber nicht. Das liegt auch daran, dass zu viele Klischees bedient werden.

Sowohl innerhalb der Liebesgeschichten, als auch bei der Trauerbewältigung fehlt es daher an Substanz. Bei letzterer stürzt sich Rosendahls Figur Nora natürlich ins Party-Leben und Alkohol-Exzesse - schnarch. Ein eigener Ansatz ist hier leider Fehlanzeige.

Deshalb ist "Mein Ende. Dein Anfang." leider ein typisches deutsches Drama geworden, das sein erkennbares Potenzial nur szenenweise entfaltet, weil zu viele Klischees bedient werden und auch die schauspielerischen Leistungen äußerst durchwachsen sind. Doch es gibt starke Sequenzen, in denen der Film bewegt und mit seinen universellen Themen mitzureißen vermag.

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