Meine Meinung: "Fatale Botschaft"

MOPO24-Redakteurin Juliane Morgenroth.
MOPO24-Redakteurin Juliane Morgenroth.

Dresden - MOPO24-Redakteurin Juliane Morgenroth macht sich Gedanken zum Brandbrief der Bürgermeister an die Bundeskanzlerin und den sächsischen Ministerpräsidenten.

Ein Kommentar von Juliane Morgenroth

Es mutet schon etwas skurril an: Sämtliche Bürgermeister des Landkreises Sächsische Schweiz und der Landrat schreiben einen Brandbrief an die Bundeskanzlerin und den sächsischen Ministerpräsidenten. Das gab es so noch nicht.

Tenor: Wir schaffen das nicht, die Asylbewerber unterzubringen. Doch viele der Gemeinden haben noch keinen einzigen Flüchtling aufgenommen, obwohl sie das laut Einwohnerschlüssel müssten. Das zeigen jetzt Daten des Innenministeriums, welche die Grünen erfragten. So aber wird der Brief zum Bumerang - plötzlich stehen diese Gemeinden im Fokus.

Es gehe um das große Ganze und die angespannte Lage im Landkreis insgesamt, argumentieren die Bürgermeister. Inhaltlich aber bietet der Brief nichts Neues. Gefordert wird das, was viele fordern, aber nicht so schnell umsetzbar ist. Nämlich zum Beispiel schnellere Asylverfahren.

Wozu also der offene Brief an Kanzlerin und Ministerpräsident? Auf dieser Basis ist er unnötig, fragwürdig und alarmistisch. Anstatt die Bürger zu ermutigen, schürt er vor allem Ängste - schließlich stellen alle Bürgermeister des Landkreises und der Landrat fest, überfordert zu sein. Eine fatale Botschaft.

Fotos: Holm Roehner, imago


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