Baby-Känguru Gertrud bringt ihren Ziehpapa um den Schlaf

Meißen - Gertrud ist das wohl süßeste Tierbaby, das Sachsen derzeit zu bieten hat! Die kleine Känguru-Dame wächst bei ihrem Ziehpapa Heiko Drechsler (56) im Tierpark Meißen auf. Und sie hält den Chef des Zoos ganz schon auf Trapp!

Die beiden haben sich gefunden: Känguru-Baby Gertrud erkundet vorsichtig die Welt, während ihr Ziehpapa Heiko Drechsler (56) auf sie aufpasst.
Die beiden haben sich gefunden: Känguru-Baby Gertrud erkundet vorsichtig die Welt, während ihr Ziehpapa Heiko Drechsler (56) auf sie aufpasst.  © Holm Helis

"Alle zweieinhalb Stunden will die Kleine verköstigt werden", sagt Dreschler. "Das ist dann schon ein Kraftakt, gerade die Nacht über. Gegen 22 Uhr, dann Mitternacht und so weiter. An durchgängigen Schlaf ist derzeit nicht zu denken."

Und das geht bereits seit April so. Denn da hatte ein Waschbär, Mader oder Fuchs für Aufruhr bei den Bennett-Kängurus gesorgt. "Das Tier war nicht im Gehege, aber die Kängurus haben sich erschreckt und sind in Panik geraten", erinnert sich der Tierpark-Inhaber. "Gertruds Mutter verhedderte sich in der Umzäunung des Geheges und verletzte sich dabei schwer."

Es war absehbar, dass die Känguru-Mama an ihren Verletzungen sterben wird. "Also musste ich eine Entscheidung treffen, denn wir wussten ja, dass sie ein Baby im Beutel hatte."

Gertrud konnte gerettet werden und fand in Heiko Drechsler einen liebevollen Ersatzpapa.

"Am liebsten lässt sie sich von mir durch die Gegend tragen und kuschelt sich unter meinem T-Shirt an meinen Bauch. Ganz so, wie im Bauch der Mama. Da suchen die Baby-Kängurus ja auch den Körperkontakt."

Alle zwei bis zweieinhalb Stunden muss der Leiter des Tierparks Meißen das kleine Känguru-Weibchen füttern.
Alle zwei bis zweieinhalb Stunden muss der Leiter des Tierparks Meißen das kleine Känguru-Weibchen füttern.  © Holm Helis

An sich hoppelt die kleine Gertrud aber auch schon fleißig über die Wiesen im Tierpark und erkundet neugierig ihre Umgebung. Allzu weit von ihrem Ziehpapa entfernt sich sich dabei allerdings nicht. Denn bei ihm gibt's schließlich immer Futter.

"Derzeit bekommt sie noch laktosefreie Milch Welpenaufzuchtmilch, aber nach und nach fangen wir gerade damit an, sie daran zu gewöhnen, auch Gras zu fressen." Bis Gertrud sich nur noch davon ernährt, wird aber noch einige Zeit vergehen.

"Bis dahin heißt es erstmal noch jeden Tag und jede Nacht füttern. Meine Frau unterstützt mich dabei", sagt Drechsler.

Ein kleines Körbchen mit einer Heizdecke ist übrigens Gertruds Schlafstätte. Tagsüber ist sie aber immer mit ihrem Papa im Tierpark unterwegs. "Die Leute freuen sich, wenn sie ein Kängurubaby einmal aus der Nähe sehen können."

Wenn die Kleine irgendwann groß und stark genug ist, muss sich Heiko Drechsler von ihr verabschieden. "Dann kommt sie zu ihren Artgenossen ins Gehege."

Bis es soweit ist, gibt's für die beiden aber sicher noch jede Menge Zeit zum kuscheln und toben.

Regelmäßige Kuscheleinheiten müssen sein.
Regelmäßige Kuscheleinheiten müssen sein.  © Holm Helis

Titelfoto: Holm Helis

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