Wirft Meißens Tierparkchef hin? Die ersten Bewohner sind schon verkauft

Meißen - Seit Jahren droht Heiko Drechsler damit, Ende des Jahres will er wirklich Ernst machen: Der Chef des Meißner Tierparks will die Einrichtung Ende des Jahres schließen. Einige Tiere habe er bereits verkauft.

Für seine Esel sucht er schon ein neues Domizil: Der Meißner Tierparkchef Heiko Drechsler (57) will Ende des Jahres dichtmachen.
Für seine Esel sucht er schon ein neues Domizil: Der Meißner Tierparkchef Heiko Drechsler (57) will Ende des Jahres dichtmachen.

18 Jahre betreibt Drechsler den Tierpark schon privat, mit der Stadt gibt es einen Pachtvertrag für das Gelände. "Die Stadt hat sich aber nie an Vertragsbestandteile gehalten."

So werde Drechsler das zugesicherte Erbbaurecht verweigert. Er hatte geplant, den Tierpark später seinem Sohn zu übergeben.

Zwar hätte es zuletzt einen guten Kontakt zu Bürgermeister Markus Renner (39, parteilos) gegeben. "Mit ihm und anderen Vertretern möchte ich nun über meinen Rückzug sprechen sowie über Entschädigungszahlungen für von mir erbrachte Leistungen wie Wegebau und andere Baumaßnahmen."

Er habe sich selbst seit Jahren kein Gehalt gezahlt, den Tierpark nur mit seiner Frau rund um die Uhr selbst bewirtschaftet. "Meine Kraft ist aufgebraucht." Die kommende Saison wolle Drechsler noch durchziehen. "Aber über den Sommer schaue ich, dass ich die Tiere untergebracht bekomme."

Ziegen, Schafe, Wollschweine seien schon weg. Exoten wie Aras und die Kängurus würden aber noch bis zum Schluss bleiben.

Auch für den Publikumsmagneten, Känguru-Baby Gertrud, habe der Tierliebhaber schon eine Lösung gefunden. "Jetzt muss nur eine Einigung mit der Stadt gefunden werden." Darauf hofft Drechsler nun. Sollte sich die Stadt aus seiner Sicht aber weiterhin quer stellen, will er den Tierpark zwar schließen, aber das Gelände weiterhin nutzen. „Dann eben privat“, sagt er.

Wird Känguru-Baby Gertrud Thüringerin?

Aktuell lebt Gertrud bei ihrem Ziehvater. Sollte er den Tierpark abgeben, wird die Känguru-Dame ihr neues Zuhause im Erfurter Zoo finden.
Aktuell lebt Gertrud bei ihrem Ziehvater. Sollte er den Tierpark abgeben, wird die Känguru-Dame ihr neues Zuhause im Erfurter Zoo finden.  © Eric Münch

Känguru-Baby Gertrud ist mittlerweile gar nicht mehr so klein: Die junge Dame bringt derzeit rund vier Kilo auf die Waage und hüpft fröhlich durch die Küche von Tierparkchef und Ziehvater Heiko Drechsler.

"Sollte es zu keiner Einigung mit der Stadt kommen und der Tierpark geschlossen werden, dann kann ich Gertrud nicht wie geplant zu den anderen Bennett-Kängurus auf meinem Gelände lassen."

Denn die würden dann auch ein neues Zuhause bekommen. Seine Gertrud wird dann wohl von Sachsen nach Thüringen übersiedeln.

"Mit den Känguru-Experten im Erfurter Zoo habe ich guten Kontakt, die haben mir auch bei der Aufzucht von Gertrud mit allerlei Tipps geholfen", so Drechsler.

"Dort kann sie Unterschlupf finden, wenn sie alt genug ist."

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