Selbst ernannte Polizisten verhafteten Gerichtsvollzieher

Verstärkte Sicherheitskontrollen zum Prozessauftakt.
Verstärkte Sicherheitskontrollen zum Prozessauftakt.

Sie nennen sich Polizisten und handeln nach ihren eigenen Regeln: Vier mutmaßlichen Mitgliedern vom "Deutschen Polizei Hilfswerk" wird ab Dienstag im Amtsgericht Meißen der Prozess gemacht.

Drei Männer und eine Frau zwischen 41 und 60 Jahren sind wegen gemeinschaftlicher Freiheitsberaubung und gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Der Trupp hatte einen Gerichtsvollzieher im November 2012 in Bärwalde bei Dresden verhaftet und verletzt. Die echte Polizei musste ausrücken, um das Opfer zu befreien. Das Hilfswerk ist eine Art Sicherheitstrupp für die "Reichsdeutschen".

Um 9 Uhr sollte der Prozess am Amtsgericht eigentlich beginnen. Doch weil das angeklagte Ehepaar Kerstin und Andreas K. zunächst nicht erschien, soll die Verhandlung um 11 Uhr fortgesetzt werden.

Einer der Angeklagten Ulrich S. im Amtsgericht Meißen.
Einer der Angeklagten Ulrich S. im Amtsgericht Meißen.

Es ist der erste von drei Prozessen gegen insgesamt 17 mutmaßliche Angehörige der obskuren Gruppe, die vor drei Jahren Schlagzeilen machte. Der anfängliche Vorwurf der Bildung einer kriminellen Vereinigung hatte sich im Zuge der Ermittlungen nicht erhärtet.

Acht Polizisten kontrollierten am Dienstag jeden der in der Schlange stehenden Besucher. Für den Prozess gelten strenge Sicherheitsauflagen, Besucher sollen auf Waffen und andere Gegenstände untersucht werden.

Dazu gehören laut richterlicher Verfügung auch Kleidungsstücke mit beleidigenden, volksverhetzenden, Gewalt verherrlichenden oder sonstigen strafbaren Symbolen oder Textaufdrucken.

Fotos: Ove Landgraf


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