Auch das noch! Fliesenfirma streitet mit Meissen um Namen

Benutzt die Manufaktur den Schriftzug "MEISSEN" noch? Davon machte sich Richter Martin Marx (53) selbst ein Bild.
Benutzt die Manufaktur den Schriftzug "MEISSEN" noch? Davon machte sich Richter Martin Marx (53) selbst ein Bild.  © Holm Helis

Dresden / Meißen - Lange war es ruhig um den Porzellanstreit, doch noch immer droht der weltberühmten Manufaktur die Löschung der Marke „Meissen“. 

Das fordert ein Fließenhersteller, der sich „Meissen Keramik GmbH“ nennt. Gestern trafen sich die Streithähne vor dem Oberlandesgericht.

„Es geht um die Löschung der Wortmarke ,Meissen", läutete Richter Martin Marx (53) den Zivilprozess ein. "Die Klägerin muss hier zeigen, dass die Beklagte diese fünf Jahre nicht genutzt hat." Dieses warf „Meissen Keramik“ der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen vor.

Extra deshalb hatte der Staatsbetrieb sein edles Geschirr auf den Richtertisch gepackt, der Teil, wo nur das Wort "MEISSEN" auf dem Boden steht. 

3,5 Prozent des gesamten Sortiments soll so bedruckt sein. Tillmann Blaschke (53), Geschäftsführer der Manufaktur: "Die Wortmarke steht über unseren Geschäften, auch bei einer Vernissage im Kempinski ist sie zu sehen."

Mit den Schwertern kennt jeder das Logo, doch gehört auch der bloße Schriftzug "Meissen" allein der Manufaktur
Mit den Schwertern kennt jeder das Logo, doch gehört auch der bloße Schriftzug "Meissen" allein der Manufaktur  © Holm Helis

Der Anwalt der Fliesenfirma sieht das anders. Moritz Vohwinkel (43): "Ich erwarte die Schwerter", sagt er über den umstrittenen Schriftzug. "Wenn dort ,Meissen‘ steht, hätte ich das für ein Fälschungsanzeichen gehalten."

Richter Marx versuchte es mit einem Kompromiss: "Die Klägerin darf sich weiter ,Meissen Keramik‘ nennen, dafür behalten Sie Ihre weltberühmte Marke?", fragte er in Richtung Manufaktur.

Der technische Leiter der Fliesenfirma Nico Succolowsky (43) versuchte Ängste zu nehmen: "Wir werden mit unserem Angebot im baukeramischen Bereich bleiben." Beide Seiten wollen nun außerhalb des Gerichts innerhalb der nächsten acht Wochen einen Vergleich suchen.

Geschäftsführer Tillmann Blaschke ist sich sicher, dass die Wortmarke Meissen erhalten bleibt.
Geschäftsführer Tillmann Blaschke ist sich sicher, dass die Wortmarke Meissen erhalten bleibt.  © Holm Helis

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