Kran stürzt auf Moschee: Dutzende Tote in Mekka

Ein Bild vom Unglück.
Ein Bild vom Unglück.

Mekka - Kurz vor der großen jährlichen islamischen Pilgerfahrt sind mitten in Mekka bei einem Kran-Unglück mindestens 65 Menschen getötet und mehr als 150 verletzt worden. Dies berichtete am Freitag der saudische Zivilschutz via Twitter.

Das Unglück ereignete sich zur Zeit des Gebets zum Sonnenuntergang auf dem Gelände der großen Heiligen Moschee, dem zentralen Heiligtum des Islams. Grund soll Medienberichten zufolge starker Wind und Regen gewesen sein.

Arabische Fernsehsender zeigten Bilder von Trümmern, Blut und Leichen. In den vergangenen Tagen hatte es im Nahen Osten immer wieder schwere Stürme gegeben.

In Mekka beginnt in der übernächsten Woche der Hadsch, die wichtigste Wallfahrt der Muslime. Erwartet werden auch diesmal wieder Millionen Gläubige. Im Hof der Großen Moschee ist die Kaaba, das würfelförmige Heiligtum der Muslime.

Der Hadsch ist eine der fünf Säulen des Islams. Jeder fromme Muslim, der gesund ist und es sich leisten kann, sollte einmal im Leben nach Mekka pilgern.

UPDATE 20:35 Uhr: Die Regierung in Saudi-Arabien hat mittlerweile den Tod von 87 Menschen bestätigt. Die Zahl der verletzten Personen ist auf 180 angestiegen.

Der Kran durchschlug die Decke.
Der Kran durchschlug die Decke.

Mekka: Die heilige Stadt des Islams

Der heiligste Ort des Islams: Die Moschee in Mekka.
Der heiligste Ort des Islams: Die Moschee in Mekka.

Mekka in Saudi-Arabien ist die heiligste Stadt des Islams. Hier wurde der Prophet Mohammed 570 n. Chr. geboren. Ihr Gebet richten Muslime auf aller Welt stets in Richtung der Stadt.

In ihrem Zentrum steht die Heilige Moschee, die die Kaaba beherbergt, das bedeutendste Heiligtum des Islams. Jedes Jahr reisen Millionen Pilger nach Mekka, um in der Heiligen Moschee zu beten.

Am ehrwürdigsten ist die Wallfahrt im Monat Hadsch rund ums Opferfest.

Mekka liegt etwa 70 Kilometer vom Roten Meer entfernt und trägt den Ehrentitel "al-Mukarrama" ("die Ehrwürdige"). Die günstige Lage am Schnittpunkt mehrerer Karawanenstraßen auf der Arabischen Halbinsel machte sie schon früh zu einem bedeutenden Handelsplatz.

Traditionell sind die Pilgerströme für die Millionenmetropole eine bedeutende Einnahmequelle. Nicht-Muslime dürfen die Stadt nicht betreten.

Hadsch - Die Pilgerfahrt nach Mekka

Tausende Gläubige beim Gebet an der Kaaba.
Tausende Gläubige beim Gebet an der Kaaba.

Der Hadsch nach Mekka gehört mit den täglichen Gebeten, der Gabe von Almosen, dem Glaubensbekenntnis sowie dem Fasten im Monat Ramadan zu den fünf Säulen des Islam.

Jährlich kommen bis zu drei Millionen Pilger in die Umgebung der Stadt in Saudi-Arabien, die nur von Muslimen betreten werden darf. Die mehrtägige Wallfahrt zum Geburtsort des Propheten Mohammed (in diesem Jahr etwa ab dem 21./22. September) ist eine der religiösen Pflichten, die jeder Muslim einmal in seinem Leben erfüllen sollte - wenn er gesundheitlich und finanziell dazu in der Lage ist.

Zu Beginn des Hadsch-Rituals wird das würfelförmige Gebäude der Kaaba im Hof der Heiligen Moschee (auch: Großen Moschee) in Mekka siebenmal umwandert. Nach einem Gottesdienst in der Hauptmoschee ziehen die Gläubigen dann in Gruppen zum etwa 25 Kilometer entfernten Berg Arafat.

Eine weitere Station ist die Zeltstadt in Mina, wo die Pilger sieben Kiesel auf Steinsäulen werfen und damit symbolisch den Teufel steinigen. Dort schlachten sie auch Tausende Schafe und Ziegen, um an das Opfer Abrahams (Ibrahim) zu erinnern.

Zurück in Mekka wird die Hadsch mit einem erneuten Umkreisen der Kaaba beendet.

Fotos: Instagram/Oman Buluatie; dpa


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