Klima-Experten warnen: Menschheit könnte schon 2050 untergehen!

Melbourne (Australien) - Wie lange ist es noch fünf vor Zwölf? Dieser symbolische Moment könnte bereits verstrichen sein, sämtliche Rettungsmaßnahmen zu spät eingeleitet werden, die Menschheit 2050 untergehen. Das behauptet eine Denkfabrik aus Melbourne in Australien.

Muss überall der Klimanotstand ausgerufen werden?
Muss überall der Klimanotstand ausgerufen werden?  © Michael Kappeler/dpa

"Breakthrough" nennt sich der Thinktank, der kürzlich ein neues Zukunftsszenario namens "Existential climate-related security risk" (dt. "Existentielle klimabedingte Sicherheitsrisiken") veröffentlichte.

Dabei handelt es sich nicht um eine neue Studie, sondern um den Versuch aus bereits vorhandenen Studien bestimmte Szenarien für die Zukunft zu prognostizieren - in diesem Fall die schlimmstmöglichen.

Verantwortlich zeichnen David Spratt, Forschungsdirektor von Breakthrough und Ian Dunlop, der früher als leitender Angestellter beim Öl- und Gasriesen Royal Dutch Shell arbeitete.

Beide Autoren wollen darauf aufmerksam machen, dass die Politik in der Regel mit konservativen Klima-Prognosen arbeitet, sich jedoch nicht mit Worst-Case-Szenarien auseinandersetzt. Doch was ist, wenn diese eintreten?

Spratt und Dunlop rechneten einmal durch, was im schlimmsten Fall bis 2050 auf der Erde passieren könnte. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass die Menschheit in 30 Jahren aussterben könnte!

Ihren Bericht verfassten die Autoren unter der Annahme, dass die Erkenntnisse und Empfehlungen des Pariser Klimaabkommens ignoriert würden. Wäre dies der Fall, dann könnte sich die Erde in den nächsten zehn Jahren bereits um 1,6 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter erwärmen.

Zahlreiche deutsche Städte haben bereits den Klimanotstand ausgerufen

Klima-Aktivistin Greta Thunberg (16) macht Druck auf Politik und Lobbys.
Klima-Aktivistin Greta Thunberg (16) macht Druck auf Politik und Lobbys.  © Georg Hochmuth/APA/dpa

Die Emissionen würden zu spät beginnen zu sinken - nämlich erst 2030. Rückkopplungseffekte könnten dann einsetzen, die Erde sich immer schneller erwärmen. 3 Grad Celsius seien dann laut Spratt und Dunlop möglich. Danach ginge dann alles ganz schnell. Bis 2050 könnte der Meeresspiegel um einen halben Meter steigen, wichtige Ökosysteme zusammenbrechen, Trinkwasser und Nahrungsmittel knapp werden.

Die Autoren schreiben, dass die menschliche Zivilisation dann enden könnte. Aus diesem Grund fordern sie, dass so schnell wie möglich ein "Null-Emissionen-Industrie-System" geschaffen werden müsse.

Auch viele deutsche Städte sehen den Klimawandel mit großer Sorge. Zunächst rief Konstanz den Klimanotstand aus, dann folgten weitere, wie zum Beispiel Münster, Bad Segeberg oder auch Lübeck. Beim Klimanotstand handelt es sich zwar nicht um einen "Notstand" im eigentlich rechtlichen Sinne. Er zeigt jedoch, dass diverse Gemeinderäte den Klimawandel als akute Bedrohung anerkennen

Möglicherweise ist auch das der Anfang vom Ende der Bedrohung durch den Klimawandel. Denn vielleicht handeln alle doch noch rechtzeitig.

Ganz gelassen sieht zum Beispiel der Zukunftsforscher Matthias Horx die Bedrohung durch den Klimawandel. Er schreibt in seiner Kolumne: "2050 wird das Wort »Klimakatastrophe« aus dem öffentlichen Wortschatz verschwunden sein." Horx ruft zu mehr Gelassenheit auf, da sich die Menschheit, allen voran China und die nordeuropäischen Länder längst in die richtige Richtung entwickelten.

Greta Thunberg (16), "Fridays for Future", der Aufstieg der Grünen: Vielleicht ist die Menschheit schon auf einem guten Weg, ohne es recht zu merken.


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