Dach droht einzustürzen: Bewohner müssen ihr Zuhause über Nacht räumen

Memmingen - Der schief stehende Kamin zeigt es schon von außen deutlich: Das denkmalgeschützte Haus in der Zangmeistraße in Memmingen droht einzustürzen. Über Nacht musste die 35 Bewohner ihr Zuhause verlassen.

Die Zangmeistraße im Memmingen wurde von der Polizei gesperrt.
Die Zangmeistraße im Memmingen wurde von der Polizei gesperrt.  © News5/ Lies

Der Dachstuhl des denkmalgeschützten Wohnhauses mitten in Memmingen ist akut einsturzgefährdet.

Was sich von außen schon erahnen lässt, wurde nun auch von einer Baufirma bestätigt. Eine Eigentümerin hatte die Firma beauftragt, das Gebäude zu überprüfen. Das Urteil der Experten ist eindeutig: Der Dachstuhl ist baufällig und droht einzustürzen.

Die Stadt reagierte schnell und evakuierte das Gebäude. Die Zangmeistraße wurde für den Verkehr gesperrt. Dem Oberbürgermeister Memmingens Manfred Schilder (CSU) war schnell klar: "Es geht hier um die Sicherheit, wir mussten handeln".

So wurde das Gebäude am Donnerstagabend mit vereinten Kräften der Feuerwehr, des Rettungsdienstes und der Technischen Hilfswerks gesichert. Der schiefe Kamin wurde mit einem Kran entfernt und Teile des Dachstuhls kontrolliert zum Einsturz gebracht.

Die Bewohner können derzeit nicht in ihr Zuhause zurück; die meisten von ihnen mussten die Nacht in Notunterkünften verbringen. Am Freitag werden die Arbeiten fortgesetzt.

Update einsturzgefährdetes Gebäude: Anwohner dürfen zurück in Wohnungen, Bewohner müssen warten

Acht Wohnhäuser in der Umgebung mussten durch die Polizei geräumt werden, die Bewohner kamen in Notunterkünfte.
Acht Wohnhäuser in der Umgebung mussten durch die Polizei geräumt werden, die Bewohner kamen in Notunterkünfte.  © DPA

Bewohner in der Nähe eines einsturzgefährdeten Gebäudes in der Memminger Innenstadt dürfen in ihre Wohnungen zurück. Die acht Mieter und unmittelbaren Nachbarn des betroffenen Hauses müssen allerdings noch warten.

"Wir nehmen das Gebäude derzeit genau in Augenschein und prüfen, ob es überhaupt wieder beziehbar ist", sagte Oberbürgermeister Manfred Schilder (CSU) am Freitag. "Die Gemäuer als solches scheinen aber in gutem Zustand zu sein."

Insgesamt 35 Personen aus sieben Wohnhäusern wurden evakuiert.

Neben dem Färberhaus dürfen auch das gegenüberliegende Evangelisch-Lutherische Dekanat sowie ein Nebengebäude weiterhin nicht betreten werden. "Bei den Bauarbeiten könnte der Giebel auf das Nachbargebäude stürzen", erklärte Schilder.

Am Freitag wurde ein Turmdrehkran aufgestellt, die Arbeiten sollen am Wochenende fortgeführt werden. Bereits am Donnerstagabend war der Schornstein abgerissen worden, um den Dachstuhl vorerst zu entlasten. Ziel ist es, die darunterliegenden Geschosse zu erhalten.

Der Kamin wurde mit einem Kran gehoben, das Dach teilweise kontrolliert zum Einsturz gebracht.
Der Kamin wurde mit einem Kran gehoben, das Dach teilweise kontrolliert zum Einsturz gebracht.  © News5/ Lies
Der schiefe Kamin lässt erahnen, wie baufällig das Dach des Hauses ist.
Der schiefe Kamin lässt erahnen, wie baufällig das Dach des Hauses ist.  © News5/ Lies

Titelfoto: News5/ Lies


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